Tennishalle Allendorf: Vor Oktoberfest fließen 91.000 Euro in Brandschutz

In der leeren Tennishalle in Allendorf-Eder: Roy Rossa, Koordinator für IT und Gebäudemanagement (links), und Bürgermeister Claus Junghenn. Zum Schutz des Tennisbodens wird die Halle vor Veranstaltungen mit Spanplatten ausgelegt. Foto: Hoffmeister

Allendorf-Eder. 91.000 Euro hat die Allendorfer Gemeindevertretung für einen besseren Brandschutz in der Tennishalle bereitgestellt. Dort wird am 9. Oktober ein zünftiges Oktoberfest gefeiert.

Neue Türen für die Notausgänge, eine Notbeleuchtung, größere Zusatzschilder, die auf die Notausgänge und vorhandene Feuerlöscher hinweisen: Das waren einige Forderungen des Fachdienstes Brandschutz der Korbacher Kreisverwaltung für die Tennishalle in Allendorf-Eder. 91.000 Euro hat die Gemeindevertretung Anfang Juli für den Brandschutz bereitgestellt.

Inzwischen sind heimische Firmen dabei, die Forderungen der Brandschutz-Sachverständigen umzusetzen. Dass viel Geld in die Hand genommen werden muss, kann keinen Kenner der Materie verwundern. „Wir wussten alle, was auf uns zukommt“, sagte SPD-Fraktionschef Klaus Hofmann in der Gemeindevertretersitzung.

Trotz vieler Bedenken und Sorgen vor hohen Folgekosten hatte das Allendorfer Parlament im Mai 2013 beschlossen, die seit 2008 leer stehende Tennishalle zu kaufen und damit eine Lokalität für Großveranstaltungen bereitzuhalten. Wenn die Investitionen in den Brandschutz abgearbeitet sind, ist die Tennishalle mit einer Größe von 1873 Quadratmetern in bestuhltem Zustand für bis zu 1560 Personen zugelassen.

Mit dem Oktoberfest des SV Allendorf am 9. Oktober steht die nächste Großveranstaltung schon vor der Tür. Als nächstes kommen die Karnevalsveranstaltungen des SV Rennertehausen am 6. und 7. Februar und das Kreisschützenfest im Juni 2016. „Bis zum 30. September muss alles fertig sein“, sagt Roy Rossa, der bei der Gemeindeverwaltung für das Gebäudemanagement zuständig ist.

91.000 Euro für ein paar beleuchtete Schilder? - So ist das natürlich nicht. Teuer ist die Neuinstallation der kompletten elektrischen Anlage. „Für die Bühne haben wir künftig Strom bis 64 Ampere“, sagt Roy Rossa. Das kostet allein rund 63.000 Euro.

Auch die Stromverteilung wird erneuert. Im früheren Restaurant wird eine neue Schaltzentrale eingerichtet. Weitere Kosten fallen für die Erneuerung der Heizung im Restaurantbereich (veranschlagt mit 6750 Euro) und die neuen Fluchttüren an.

Sorgenvoll blickt Bürgermeister Junghenn zur fleckigen Decke. Die Sanierung des undichten Hallendaches war eigentlich für dieses Jahr ins Auge gefasst. Dafür standen 250.000 Euro mit Sperrvermerk im Haushaltsplan. Das Parlament hat nun erst einmal 91.000 Euro für den Brandschutz freigegeben. Auch die Fenster sind marode. Die Stirnseite der Halle sieht verbrannt aus. „Wir müssen das nach und nach abarbeiten“, sagt Claus Junghenn. Sein düsteres Gesicht hellt sich jedoch wieder auf, als er sagt: „Die Besucher des Oktoberfestes interessiert das alles nicht. Hauptsache, das Bier schmeckt.“

Klar macht der Verwaltungschef aber auch: „Hier soll kein Disko-Tempel entstehen, in dem an jedem Wochenende Remmidemmi ist.“ Das werde die Gemeinde mit Rücksicht auf die benachbarten Anwohner auch nicht zulassen.

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