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Für einige Bauherren in Waldeck-Frankenberg wird das Bauen zu teuer

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Von: Lutz Benseler

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Der aktuelle Immobilienmarktbericht zeigt für Waldeck-Frankenberg weiter stark anziehende Preise. Insgesamt 2700 Kaufverträge sind für die Sammlung ausgewertet worden.
Baugrundstücke in Waldeck-Frankenberg sind nach wie vor gefragt, doch einige Interessenten stellen ihre Pläne wegen drastisch gestiegener Baupreise zurück. © Lutz Benseler

Der Bauboom in Waldeck-Frankenberg hält an. Doch erste Bauherren geben ihre Grundstücke zurück: Gründe sind drastisch gestiegenen Baupreise, die Zinsen und die Lieferschwierigkeiten beim Material.

Waldeck-Frankenberg – Vor allem die Preissteigerungen veranlassen offenbar einige Bauinteressenten, ihre bereits erschlossenen Baugrundstücke zurückzugeben. Das hat eine stichprobenartige Befragung unserer Zeitung ergeben. Maik Hesse, Bereichsleiter Immobilien-Finanzierungsberatung der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, erklärt: „Auch wir konnten beobachten, dass in den vergangenen Wochen vereinzelt Immobilieninteressenten – egal, ob Kauf und Bau – ihre ursprünglichen Vorhaben nicht umsetzen. Die Zinsen sind deutlich angestiegen.“

Zudem würden Kunden von stark gestiegenen Immobilien- und Baupreisen, von Materialknappheit und der Schwierigkeit berichten, zeitnah Handwerker für die Vorhaben zu erhalten. Hesse: „Dies führt zu einer erhöhten Unsicherheit in der Planungsumsetzung. Diese Faktoren führen dazu, dass Abstand von den ursprünglichen Vorhaben genommen wird oder diese zurückgestellt werden.“

Harald Kiel, Baufinanzierungsexperte der Waldecker Bank bestätigt die Beobachtungen: In den vergangenen Wochen und Monaten habe sich im Immobiliensektor der „Wind gedreht“. Kiel: „Zusammen genommen sind die Herausforderungen deutlich gestiegen. Das bringt in der Tat einige Bauwillige dazu, Grundstücke zurückzugeben und geplante Bauten nicht durchzuführen.“

Bislang handelt es sich noch um wenige Fälle. Insbesondere in den Mittelzentren boomt das Bauen weiter – etwa in Korbach: Bisher habe kein Interessent, dem ein Kaufangebot unterbreitet wurde oder der bereits ein Grundstück erworben hatte, ein Grundstück aus den genannten Gründen zurückgegeben, sagt Ralf Buchloh, Büroleiter des Bürgermeisters.

In Frankenberg sieht es ähnlich aus: „Auch mit der aktuellen Preisentwicklung geht die Verwaltung davon aus, dass alle derzeit verfügbaren und auch geplanten Bauplätze kurz- oder mittelfristig verkauft werden“, sagt Florian Held, Sprecher der Stadt.

Einzelne Kommunen planen indes, die Fristen für die Bauverpflichtung zu verlängern, um den Bauherren mehr Zeit zu geben. Gemünden etwa denkt über eine Verlängerung von einem auf fünf Jahre nach.

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