Theater-AG der Edertalschule sucht neuen Spielort

Das Theater zieht aus: Unterstützung bekamen die Edertalschüler beim Ausräumen der alten Thonet-Fabrikhalle durch ihr ehemaliges Mitglied Michael Langendörfer (vorn rechts) sowie Ralf Fröchtenicht und Till Finger vom Technischen Hilfswerk Frankenberg (im Hintergrund von links). Zwei Tage lang schleppten sie Tribünenteile und Requisiten. Foto:  Völker

Frankenberg. Abschied von einer liebgewonnenen Spielstätte: Am Wochenende mussten die Mitglieder der Theater-AG der Edertalschule die ehemalige Thonet-Fabrikhalle räumen.

Sie schleppten Requisiten, Bühnenteile und die Konstruktionsrahmen einer Sitztribüne für 300 Zuschauer aus der Halle, die im Zuge des geplanten „Thonet-Quartiers“ mit den damit vorgesehenen Abrissen eine neue Funktion übernehmen wird (HNA berichtete). „Wir suchen nun wieder einen neuen externen Spielort“, sagte AG-Leiter Thorsten Jech.

Als vor sich vor zwei Jahren das Ende des Dampfmaschinen-Museums in der ehemaligen Stoelcker-Fabrik abzeichnete, boten die Thonet-Werke der plötzlich heimatlos gewordenen jungen Theatertruppe spontan ihre Fabrikhalle als Spielstätte an. „Für uns war das damals die Rettung. Noch dazu ist es eine Spielstätte in Wurfweite vom alten Lokschuppen, der in den 1990er-Jahren mehrere Theater-Inszenierungen mit Paul Möllers erlebt hat, 2005 als geschütztes Baudenkmal aber leider abgebrannt war“, erinnerte sich Michael Langendörfer, als er am Samstag mit den Edertalschülern den Lkw des Technisches Hilfswerks Frankenberg belud. Der Ehemalige ist seit seiner eigenen Schulzeit der Theater-AG treu geblieben und sorgte später weiter für die Bühnentechnik.

Dank an Familie Thonet

Auch Oberstudienrat Thorsten Jech, der in der Nachfolge des langjährigen Spielleiters Möllers mit den Schülern seine ersten beiden Theaterproduktionen „Momo“ und „Einer flog über das Kuckucksnest“ in der Thonethalle erarbeitete, ist beim Umzug ein bisschen melancholisch. „Wir sind der Familie Thonet sehr dankbar. Die Fabrik bot uns viele Möglichkeiten, und wir hätten gern dort weitergespielt.“ Für die Theater-AG bleibe aber nun zunächst nur die Kulturhalle neben dem Gymnasium als Ausweichort. Lagermöglichkeiten für Bauteile, Technik und Bühnenzubehör bieten Kellerräume im Oberstufenbau des Gymnasiums.

„Lokschuppen, Dampfmaschinenmuseum und Thonetfabrik waren natürlich Spielorte, in denen wir uns mit unserer Fantasie austoben, viel freier Ideen entwickeln und tolle Bühnenbilder bauen konnten“, sagt der Theaterpädagoge. „Deshalb bleiben wir auf der Suche nach einem neuen, externen Spielort in oder nahe Frankenberg“, erklärt er gegenüber der HNA und hofft auf Angebote.

Klassiker für 2017 gewählt

Die Theater-AG arbeitet bereits an ihrem neuen Stück, das am 6. Mai 2017 Premiere feiern soll. „Wir haben uns einen altbekannten Klassiker vorgenommen, den wir mit modernen, grotesk-satirischen Elementen mixen“, sagt Jech und legt den Finger vor den Mund: „Der Titel wird noch nicht verraten.“

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