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Beißende Hunde, Babykatzen und Haustiere aus Ukraine: Tierheime erwarten Zulauf

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Von: Stefanie Rösner

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Die Hunde Maro und Nero suchen ein neues Zuhause, hier sind sie an der Leine von Nadine Hankel (links) und Karina Kuhn vom Tierheim Korbach.
Diese Hunde sind lieb, aber ängstlich in unbekannten Situationen: Maro und Nero suchen ein neues Zuhause, hier sind sie an der Leine von Nadine Hankel (links) und Karina Kuhn vom Tierheim Korbach. © Stefanie Rösner

Verwahrloste Tiere, beißende Hunde, viele wild lebende junge Katzen und nun noch Haustiere, die ukrainische Flüchtlinge mitbringen und versorgt werden müssen: Die Herausforderungen für die Tierheime in Waldeck-Frankenberg sind vielfältig.

Waldeck-Frankenberg – Das Veterinäramt hat laut den Tierheimbetreibern bereits angefragt, inwieweit diese bereit wären, Haustiere aufzunehmen, die von Flüchtlingen mitgebracht, aber zunächst nicht versorgt werden können.

Die Kapazitäten der Tierheime sind aber bereits begrenzt. Zu dieser Zeit des Jahres, insbesondere im April, werden wieder jede Menge Babys von wild lebenden Katzen erwartet, heißt es von der „Arche KaNaum“ – Stiftung für Tierschutz in Bad Arolsen.

„Letztes Jahr hatten wir eine große Schwemme an Frühjahrskitten“, berichtet Nadine Hankel, stellvertretende Leiterin des Tierheims in Korbach. „Und das, obwohl wir pro Jahr mehr als 170 Streunerkatzen kastrieren.“

Beißvorfälle größtes Problem

„Unser größtes Problem sind Beißvorfälle. Die Hunde lassen sich kaum vermitteln“, sagt Karina Kuhn, Leiterin des Korbacher Tierheims. Manche Hundebesitzer seien mit der Haustierhaltung überfordert und verpassen es, die Hunde im Welpenalter richtig zu erziehen. Dieses Phänomen habe es nach der Erfahrung von Karina Kuhn auch vor Corona gegeben. Wenn ein Hund einmal gebissen habe, ist das Tierheim oft Anlaufstelle, jedoch gebe es für das Tier dann kaum noch eine Chance. „Es gibt spezielle Resozialisierungsstationen, diese sind aber überlastet“, sagt Kuhn.

Die Tierheimleiterin sagt, dass schnell gehandelt werden muss und meint damit, dass beispielsweise jeder Besitzer eine Erlaubnis zum Halten eines Hundes vorweisen müsste. „Sonst führt es irgendwann dazu, dass diese Hunde eingeschläfert werden müssen.“

„Wir sind immer mehr mit Beißvorfällen konfrontiert“, sagt auch Karin Podbiol, Vorsitzende des Tierschutzvereins Bad Wildungen. Sie führt diesen Trend auch darauf zurück, dass „sehr viele sich in Corona-Zeiten einen Hund angeschafft haben, einige Besitzer sich dann aber kaum damit befassen und auch keine Hundeschule besuchen.“ Wenn jungen Hunden keine Grenzen aufgezeigt werden, sei es später äußerst schwierig, sie noch zu erziehen. Vier „schwierige Hunde“ bei insgesamt sechs, die derzeit im Tierheim sind, seien verhältnismäßig viele. Auch sie plädiert für eine Art Hundeführerschein für jeden Halter. (Stefanie Rösner)

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