In Gemünden fühlen sie sich sicher

Todesangst gehabt: Junge Afghanen fliehen vor dem Krieg

Gemünden. Einen Monat lang waren sie unterwegs, seit Samstag sind Mohammad Reza K. und Reza G. in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gemünden.

Die Afghanen sind froh, dass sie in Deutschland Schutz vor Krieg und Terror gefunden haben. In ihrer Heimatprovinz Daikondi in Zentralafghanistan herrschen die gefürchteten Taliban.

Als diese in ihre Provinz kamen, flüchteten Mohammad Reza K. und Reza G.. Eigentlich wollten die Cousins zu dritt fliehen, doch ein weiterer Cousin wurde von den Taliban getötet. K.’s Mutter und G.’ Vater, die aufgrund ihrer angeschlagenen Gesundheit die anstrengende Flucht nicht auf sich nehmen konnten, sind noch in Afghanistan. Was mit ihnen ist, wissen die beiden 18- und 17-jährigen Afghanen nicht.

Seit Samstag sind Mohammad Reza K. und Reza G. in Gemünden in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Sport- und Kulturhalle und warten darauf, dass ihr Asylantrag bearbeitet wird. Sie gehen davon aus, dass sie in den nächsten Tagen schon wieder in einer anderen Flüchtlingsunterkunft sein werden. Die Ungewissheit macht den beiden aber nicht viel aus, denn sie sind anderes gewöhnt.

Die beiden sind aus Angst vor den Taliban geflohen, die nach den Worten der zwei Flüchtlinge oftmals ohne Grund andere Menschen unterdrücken oder gar töten, die nicht nach deren religiösen Vorstellungen leben. Sie haben Geld an Schleuser gezahlt, die sie in Autos mitgenommen haben. Erst ging es in den Iran, anschließend in die Türkei und dann weiter über das Mittelmeer zu den griechischen Inseln. Mohammad Reza K. berichtet von einer lebensgefährlichen Überfahrt. „Wir waren etwa 40 Leute in einem viel zu kleinen Boot. Beinahe hätten wir die Kinder verloren. Das Boot schwankte heftig im Wasser, alle hatten Angst um ihr Leben“, sagt der 18-Jährige.

Das ersparte Geld investierten die beiden dann weiter in Tickets für Schiffsfahrten weg von den griechischen Inseln hin zum Festland. „Weil so viele andere Flüchtlinge unterwegs sind, mussten wir einmal zwei Tage lang warten, um an einem Schalter ein Ticket kaufen zu können“, erzählt Mohammad Reza K.. Die Cousins kamen nach Athen. Der dortige Victoria-Platz im Stadtzentrum ist ein bekannter Anlaufpunkt von Flüchtlingen, die aus den verschiedensten Krisenregionen - zumeist aus Syrien, Afghanistan, Iran und Irak - kommen und von dort aus weiter über den Balkan nach Norden wollen.

Diesen Weg nahmen auch Mohammad Reza K. und Reza G., die letztlich über die Slowakei und Österreich nach Deutschland zur Erstaufnahmeeinrichtung nach Gießen kamen. Am vergangenen Samstag wurden sie dann mit dem Bus nach Gemünden gebracht.

 

Was die beiden Flüchtlinge über die Erstaufnahmeeinrichtung in Gemünden sagen, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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