Frau mit mehr als 30 Messerstichen getötet

Totschlag: Acht Jahre Haft für Marburger Studentin

Marburg. Acht Jahre Haft wegen Totschlags lautet das Urteil des Marburger Landgerichts gegen die 27-jährige Studentin, die die neue Partnerin ihres Ex-Freundes mit mehr als 30 Messerstichen getötet hat.

Zwar hatte die Angeklagte sich nicht zu dem Geschehen selbst geäußert, aber durch ihr Geständnis stand fest, dass sie am 26. März vor der Wohnung des Paares in Marburg gewartet hatte, als das Opfer gegen 7.30 Uhr das Haus verließ und die Situation anschließend eskalierte.

Die Kammer unter Vorsitz von Landgerichtsvizepräsident Carsten Paul folgte in der Urteilsbegründung dem Schlussvortrag von Staatsanwalt Nicolai Wolf, der drei Monate mehr gefordert hatte. Verteidiger Sascha Marks hatte auf sechs Jahre plädiert.

In seinem Plädoyer folgte Wolf wie Marks dem Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen, der von einem hochgradigen Affekt ausgegangen war. Er betonte, dass es nicht einmal einer von der Angeklagten angeführten Beleidigung seitens des Opfers bedurft hätte - gereicht habe ein subjektives Gefühl der Erniedrigung. „Irgendwas ist passiert, das das bereits volle Fass zum Überlaufen gebracht hat“. Und voll sei es aufgrund der Vorgeschichte gewesen.

Für den Staatsanwalt stand fest, dass die Angeklagte mit dem Mann seit Ende 2011 eine „wie auch immer geartete Beziehung hatte.“ Während es für sie wohl auf Liebe angelegt gewesen sei, habe der Student „nur eine lockere sexuelle Liaison“ gesehen, die er dann beendet habe. Allerdings habe er sich wohl doch noch ein Hintertürchen offen gehalten.

Im Oktober 2012 habe die 27-Jährige dann von der neuen Freundin erfahren. In der Folgezeit habe sie aber immer wieder versucht, in umfangreichem Schriftwechsel den Mann zurückzubekommen - vergeblich. Sie habe sich ausgenutzt und gedemütigt gefühlt. Zwei Selbstmordversuche seien nicht zu widerlegen. Laut Wolf verschlechterte sich der psychische Zustand zunehmend und im März dieses Jahres wäre sie bereit gewesen einen Schlussstrich zu ziehen.

Verteidiger Marks betonte, dass Augenzeugen berichtet hätten, dass seine Mandantin heftigst und schnell zugestochen hätte. „Das zeigt ein Bild, auf dem die Angeklagte erheblich unter Druck stand.“ Und das wiederum spreche gegen eine geplante Tat, wie sie die Nebenklage sehe. Edelmann plädierte dagegen für eine Verurteilung wegen Mordes. Es lägen die Mordmerkmale der Heimtücke und der Niederen Beweggründe vor. (kse)

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