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Tourismus-Hochburgen in Waldeck-Frankenberg setzen auch auf Blogger

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Von: Julia Janzen

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Edersee in Waldeck-Frankenberg im Sonnenuntergang
Eines der Tourismus-Zugpferde im Landkreis: Der Edersee ist nicht nur bei Waldeck-Frankenbergern ein beliebtes Ausflugsziel, auch viele Touristen lockt der See jedes Jahr an. © Matthias Müller

Im Tourismus haben Blogger und Influencer in den sozialen Medien eine immer größere Bedeutung. Auch Touristiker und Kommunen im Landkreis wollen die Zusammenarbeit mit Online-Schreibern und -Fotografen weiter ausbauen. Sei sehen vor allem einen Vorteil: Authentizität.

Waldeck-Frankenberg - „Influencer und Blogger spielen inzwischen eine große Rolle“, sagt Ulrike Remmers, Leiterin Marketing bei der Grimmheimat Nordhessen. „Immer mehr Gäste, aber auch Einheimische informieren sich in den sozialen Medien oder lassen sich dort inspirieren.“ Tourismusmessen spielten keine große Rolle mehr, „sie sind ein auslaufendes Modell“. Online könne man „besser und zielgerichteter werben“, so Remmers, Die Grimmheimat erarbeitet derzeit ein Konzept, bei dem „Mikro-Influencer“ aus Nordhessen im Fokus stehen. Diese „Botschafter aus der Region“ seien authentisch und hätten eine „echte Verbundenheit zur Region“, sagt Ulrike Remmers.

Welche Bedeutung die sozialen Medien haben, weiß auch die Gemeinde Willingen. Seit Mai wird die Präsenz bei Facebook und Instagram ausgebaut, sagt Touristikchef Norbert Lopatta. Denn: Bei Reisekatalogen und Anzeigen sei schwer nachvollziehbar, wie viele Menschen man erreicht habe, „online sehen wir das an den Seitenaufrufen“. Die Reichweite soll größer werden. Der „Quellenmarkt NRW soll verdichtet und vielleicht neue Regionen erreicht werden“, so Lopatta. Und das wolle man selbst machen, mit zwei neuen Mitarbeitern.

„Wir sind offen dafür und würden es gern häufiger machen“, sagt Graziella Lindner, Social Media-Managerin von Edersee Marketing, über die Zusammenarbeit mit Bloggern und Influencern. Allerdings sei das eine Frage des Budgets. Dennoch: Kooperationen habe es schon gegeben, meist über die Grimmheimat. Unter anderem hätten Blogger über den Ederradweg, Schloss Waldeck und den Urwaldsteig geschrieben.

Dabei gehe es darum, „Präsenz zu zeigen“, sagt Graziella Lindner, die selbst Bloggerin ist. Eine junge Zielgruppe denke nicht zuerst an den Edersee als Urlaubsziel, dabei gebe es dort auch „Action für junge Leute“. Influencer könnten für so etwas „authentisch“ werben. Künftig solle die Zusammenarbeit mit Bloggern und Influencern ausgebaut werden, auch wolle man solche Kooperationen selbst organisieren, sagt Lindner.

Visit Nordhessen zeigt Geheimtipps der Region

Eine Frau und ein Mann, im Hintergrund ein Holzstapel.
Sie sind Visit Nordhessen: Jasmin Schulz und Patrick Pfaff. © Privat

Vor gut einem Jahr haben Jasmin Schulz und Patrick Pfaff den Blog Visit Nordhessen neu aufleben lassen. Sie schreiben dort über Cafés, Biobauernhöfe, Hofläden und Orte in der Natur „für potenzielle Touristen, aber auch für Einheimische“, sagt Jasmin Schulz.

„Die Region ist es wert, gezeigt zu werden“, sagt die 26-Jährige. Beide wollen Lesern den Raum Nordhessen schmackhaft machen, auch abseits von bekannten Hotspots. „Und wir wollen Mut machen, auch auf dem Land Projekte zu starten.“

Schulz und Pfaff haben selbst jahrelang in der Stadt gelebt – Patrick Pfaff in Berlin, Jasmin Schulz in Gießen – doch es zog sie zurück nach Nordhessen. Hier blicken sie hinter die Kulissen, betonen die Regionalität – und sind damit zu Influencern für die Region geworden.

In den sozialen Medien sei Nordhessen noch nicht sehr präsent, „es ist noch viel Luft nach oben“, sagt Schulz. Dabei seien Kanäle wie Instagram ein „günstiges Werbemittel“, mit dem man gut auf sich aufmerksam machen könne. Für das Paar hätten sich durch die Arbeit am Blog, der als freies Projekt startete, schon einige Aufträge für Fotos, Videos und Texte ergeben. Von Bad Zwesten aus, wo die beiden mit ihrer kleinen Tochter und ihrem Hund leben, werden sie künftig weitere Geheimtipps der Region Nordhessen vorstellen. (Julia Janzen)

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