Trafokasten stört: Denkmalbehörde bei Standortwahl in Wiesenfeld nicht beteiligt

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Technik zwischen Fachwerkhäusern: Im historischen Dorfkern von Wiesenfeld wurde von der EAM-Tochter Energienetz-Mitte dieser auffällige Trafokasten mit weiträumiger Ummauerung gebaut. Sie muss später durch ein Geländer geschützt werden.

Wiesenfeld. Wanderer bleiben kopfschüttelnd stehen, Radfahrer am Lahn-Eder-Radweg steigen ab: Mitten in der denkmalgeschützten Ortslage der ehemaligen Hugenottenkolonie Wiesenfeld steht seit einigen Wochen ein Trafokasten.

Mitten zwischen Fachwerkhäusern mit Kunststoffputz und Aluminiumtüren, umgeben von einer mehr als fünf Meter langen Mauer aus Kunststeinen.

Die Umspannstation ist dort von der EAM-Tochter EnergieNetz Mitte gebaut worden, damit die Stromversorgung des Dorfes nach Wegfall einer Freileitung zwischen Ernsthausen und Wiesenfeld auf ein Erdkabel umgestellt werden konnte.

Zwar wurde die Baumaßnahme für die Kabelarbeiten und den Bau der Schaltstation im vergangenen Herbst von dem Energieversorger der Gemeinde angezeigt, aber es fand lediglich eine Vorort-Information mit dem Ortsbeirat statt, ohne dabei die Denkmalbehörde zu beteiligen. „Wir hätten den Schaltkasten gern oberhalb des Bahndamms am Ortsrand gehabt, doch dies wurde von EnergieNetz Mitte auch technischen Gründen abgelehnt“, berichtet Ortsvorsteher Günter Beck.

Zunächst sei der Standort auf einer Grünfläche sogar noch sichtbarer direkt an der Hugenottenstraße, der Hauptortsdurchfahrt, geplant gewesen. Auch eine Position auf dem exponierten Dreieck vor der unter Denkmalschutz stehenden Hugenottenschule sei von den Energieversorgern vorgeschlagen worden. „Wir haben uns dann notgedrungen auf den Platz in der Böschung an der Einmündung Landgraf-Karl-Straße geeinigt in der Hoffnung, dass der Kasten gut zugepflanzt werden kann“, erklärte Beck. Ihm sei damals gesagt worden, dass der Denkmalpfleger dem zugestimmt habe, „was mich persönlich auch sehr wunderte“.

Erst nachdem der Schaltkasten mit aufwändigem Umgang mit Mauerrahmen, der später auch noch durch ein Geländer geschützt werden muss, fertig war, wurden in Marburg Bezirksdenkmalpfleger Dr. Bernhard Buchstab und durch ihn auch die untere Denkmalbehörde des Landkreises informiert. 

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