Mehr Lehrstellen, aber weniger Bewerber

Trend auf dem Ausbildungsmarkt setzt sich im Landkreis fort

Bilanz zum Ausbildungspakt 2016 zogen: (von links) Cornelia Harberg (Agentur für Arbeit), Otmar Harnickel (Arge), Bärbel Stübner (Firma Balzer), Jürgen Althof (Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder), Dr. Peter Sacher (Servicezentrum IHK), Stefan Dauber (Balzer), Björn Duen (IHK), Friedrich Schüttler (Kreishandwerkerschaft), Uwe Kemper (Agentur für Arbeit) und Michael Lay (Balzer).  Foto: Pflug

Waldeck-Frankenberg. Ein Plus an gemeldeten Ausbildungsstellen und ein Minus an Bewerbern – so lief es laut der Agentur für Arbeit Korbach im vergangenen Berichtsjahr für Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder, für die die Agentur zuständig ist.

Diese Entwicklung entspricht einem langfristigen Trend, sagte Agenturchef Uwe Kemper bei der Vorstellung der Zahlen, die mit den Kreishandwerkerschaften und der Industrie- und Handelskammer stattfand.

In Waldeck-Frankenberg standen 1311 betrieblichen Ausbildungsstellen 1124 Bewerber gegenüber. Das sind knapp fünf Prozent mehr Stellen und zwölf Prozent weniger Bewerber als im Vorjahr. Kemper sagte: „Wir werden zu einem Bewerbermarkt. Die Konkurrenz der Ausbildungsbetriebe um Fachkräfte wird weiter zunehmen“. Gründe seien hauptsächlich der demographische Wandel, der noch immer vorhandene Trend zum höheren Abschluss und die Verlockungen des Direkteinstiegs in den Arbeitsmarkt ohne eine vorangehende Berufsausbildung, der kurzfristig mehr Geld verspreche. Trotzdem hatten am Ende des Berichtsjahres nicht alle Bewerber einen Job. Im Agenturbezirk blieben 155 Bewerber unversorgt, 121 Stellen waren laut Agentur für Arbeit unbesetzt. Erklärungen gibt es dafür mehrere, die oft mit den Erwartungen von Bewerbern, deren Eltern und den Unternehmen zu tun haben. Potenzial, um neue Auszubildende zu rekrutieren, sieht der Agenturleiter bei Abiturienten und Studienabbrechern. In diesem Jahr ist laut Agentur der Anteil der Abiturienten um zwei Prozent gestiegen. Man bemühe sich, besonders Studienabbrecher zu gewinnen, das gelinge auch. Allerdings: „Um sie unterzubringen, gibt es oft nur einen schmalen Zeitkorridor“, sagte Kemper. Außerdem bräuchten sie oft Zeit, um sich mit der veränderten Situation anzufreunden.

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