Ermittlungen wegen versuchtem Totschlag

Überdosis Narkosemittel bei Frühchen: Verdächtige festgenommen

Marburg. Am Universitätsklinikum Marburg sind bei einem Frühchen erhöhte Werte eines Narkosemittels im Blut festgestellt worden.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von versuchtem Totschlag aus, eine Verdächtige wurde festgenommen. Der Gesundheitszustand des Säuglings war am Montag stabil.

Oberstaatsanwältin Ute Sehlbach-Schellenberg teilte der Oberhessischen Presse mit, dass es sich bei der Festgenommenen um eine Beschäftigte des Uniklinikums handele. Sie habe die Tat bislang nicht gestanden. Die Staatsanwaltschaft untersucht, ob es weitere ähnliche Vorfälle, womöglich Tötungen, auf der Frühchenstation gegeben hat.

Aktualisiert um 16.50 Uhr.

Die Uniklinik Marburg hatte der Kriminalpolizei am vergangenen Freitag den verdächtigen Vorfall auf der Frühchenstation gemeldet: Medizinische Untersuchungen hatten nicht erklärbare, erhöhte Werte eines Narkosemittels im Blut des 30 Tage alten Mädchens ergeben. Es gehe um zwei Medikamente, die weder verordnet noch im Behandlungsplan vermerkt worden seien, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dass es sich um einen Unfall oder einen Zufall handelt, schließen Experten offenbar aus.

Die Tatverdächtige wurde am Samstagabend festgenommen, es bestehe „dringender Tatverdacht“. Vorwurf: Versuchter Totschlag. Der Haftrichter erließ am Sonntag Haftbefehl.

Rubriklistenbild: © dpa

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