Entdeckung im Museum

Überraschungsfund im Depot: Skizzenbuch des Arolser Malers Wilhelm von Kaulbach

Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel präsentiert das Skizzenbuch des Historienmalers Wilhelm von Kaulbach aus dem Bestand des Museums Bad Arolsen. Im Hintergrund der ausgeführte Stich Friedrichs des Großen, der auf eine Zeichnung im Buch zurückgeht. Fotos. Sandra Simshäuser
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Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel präsentiert das Skizzenbuch des Historienmalers Wilhelm von Kaulbach aus dem Bestand des Museums Bad Arolsen. Im Hintergrund der ausgeführte Stich Friedrichs des Großen, der auf eine Zeichnung im Buch zurückgeht. Fotos. Sandra Simshäuser

Bei den Vorbereitungen auf die Museumsöffnung nach dem Lockdown wurde ein interessanter Fund im Depot des Museums Bad Arolsen gemacht: Ein Skizzenbuch des Malers Wilhelm von Kaulbach.

Bad Arolsen – Der Lockdown macht auch vor der Kunst nicht halt. Vor knapp vier Monaten musste das Museum Bad Arolsen erneut seine Tore für Besucher schließen..

Die unfreiwillige Winterpause wird dennoch genutzt. Zum einen, um die geplante Ausstellung mit Werken des zeitgenössischen Bildhauers Walter Sachs vorzubereiten. Mehrere moderne Skulpturen sind bereits im Dezember still und heimlich in den Marstall eingezogen. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Arbeit im Depot, wo der große Bestand an Gemälden, Zeichnungen, Druckgrafik und Fotografien weiter durchgesehen und geordnet wird.

Ans Licht gebracht

Immer wieder kommt dabei interessantes ans Licht. Neben beeindruckenden Gemälden, die seit der Umgestaltung des Kaulbachhauses nicht mehr öffentlich ausgestellt waren, schlummert auch mancher Neuzugang in den Schubladen.

So stellt Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel mit dem Skizzenbuch Wilhelm von Kaulbachs einen der größten Schätze vor. Das wohl in den 1840er Jahren genutzte Büchlein kam als Schenkung aus Privatbesitz in das Museum und war bisher noch in keiner Ausstellung zu sehen.

Das ist zu bestaunen

Auf den ersten Blick eher unspektakulär, offenbart das kleine Buch beim vorsichtigen Blättern die Arbeitsweise des 1804 in Arolsen geborenen Historienmalers, Zeichners und Karikaturisten Kaulbach.

Ausschnitt aus einem Skizzenbuch des Malers Wilhelm von Kaulbach aus Arolsen, das im Museumsdepot in Bad Arolsen gefunden wurde. Foto: Sandra Simshäuser

So hat der Künstler seine Bleistiftstudien, teils für großformatige Arbeiten in München und Berlin, häufig mit Anmerkungen in winziger Schreibschrift versehen. Gedanken zur farbigen Gestaltung, zu Thema, Komposition und sogar akribische Literaturangaben hielt der damals noch nicht geadelte Kaulbach neben der entsprechenden Skizze fest.

Auf der Höhe des Erfolgs

Wilhelm Kaulbach stand zu jener Zeit auf der Höhe seines Erfolgs. Die praktische Vorgehensweise dürfte dem viel beschäftigten Künstler sein Arbeitspensum zumindest etwas erleichtert haben.

Im Depot gesellt sich das Buch zu einzelnen Skizzenblättern und den beiden Skizzenbüchern seines Münchner Großcousins Friedrich August von Kaulbach. Auf ihren nächsten großen Auftritt werden die Arbeiten der Arolser Malerfamilie aber noch längere Zeit warten müssen.

Das ist demnächst zu sehen

Sobald eine Öffnung möglich sei, sagt Birgit Kümmel, soll zunächst die Sachs-Ausstellung an zwei Orten gezeigt werden: Skulpturen im Christian-Daniel-Rauch-Museum, Zeichnungen und Druckgraphiken in der Ausstellung im Schloss. Bereits im vergangenen Jahr musste die Schau auf 2021 verschoben werden.

Nun warten der Künstler und das Museumsteam auf grünes Licht vonseiten der Politik. „Wir hoffen auf das Frühjahr“, unterstreicht die Museumsleiterin. (Sandra Simshäuser)

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