Bürgermeister: „Ein neues Lebensgefühl“

Nach 80 Wochen Baustelle: Uferstraße in Frankenberg wieder befahrbar

In der Uferstraße in Frankenberg räumten Polier Stefan Krume (links) und Mitarbeiter Michael Seifert von der Korbacher Firma Wachenfeld die letzten Bauzäune und Verkehrszeichen weg.
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Pünktlich um 13 Uhr am Freitag räumten Polier Stefan Krume (links) und Mitarbeiter Michael Seifert von der Korbacher Firma Wachenfeld die letzten Bauzäune und Verkehrszeichen weg.

Nach 80 Wochen Bauzeit und vielen Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer ist am Freitag die Uferstraße in Frankenberg wieder für den Verkehr freigegeben worden. 

Frankenberg – Der Asphalt war noch frisch, Fahrbahnmarkierungen wurden noch gestaltet, bis zur letzten Sekunde wurde gearbeitet, als am Freitagmittag die offizielle Wiedereröffnung der Straße stattfand. Wegen der Corona-Pandemie fand die Einweihung nur in kleinem Kreis mit wenigen Gästen aus Politik, Kaufleuten und Handwerk statt.

„Hier wurde nicht nur eine neue Straße verwirklicht, hier ist für die Frankenberger ein neues Lebensgefühl entstanden. Die Innenstadt ist endlich an die Eder herangerückt“, sagte Bürgermeister Rüdiger Heß. „Die neugestaltete Uferstraße ist das wichtigste Projekt meiner Amtszeit.“ Damit meinte er auch die anderen Projekte, die seit 2015 im Bereich der Uferstraße realisiert wurden: Wasserpark, Fußgängerzone und Ederuferpark. „Hier haben wir jetzt endlich Leben.“

Die Uferstraße sei aber nur ein Teil eines Entwicklungskonzepts vom „Weißen Geländer“ in der Bottendorfer Straße bis zur Wilhelmstraße, ergänzte Heß. Sein Dank galt allen Protagonisten, die in den vergangenen knapp zwei Jahren mitgeplant und mitgearbeitet hatten: „Nur mit diesem Engagement konnte dieser Baukörper so umgestaltet werden.“

(von links) Dirk Koch (Planungsbüro Oppermann), Parlamentschef Rainer Hesse, Bürgermeister Rüdiger Heß, Jörg Scheffer (Baufirma Rohde), André Kreisz (Vorsitzender Kaufleute) und Jutta Biermann (Oppermann) schnitten symbolisch ein Band durch.

„Früher waren die Nemphe und die Eder für die Menschen weggesperrt. Heute können die Leute bei den Schwimmpontons auch mal auf die Eder gehen“, sagte Heß. Bei den Planungen sei auch der Erhalt der Parkplätze wichtig gewesen: „Damit wollen auch die Fußgängerzone stärken.“

In den vergangenen Jahren sei viel erreicht worden, fasste der Bürgermeister zusammen und nannte unter anderem die beiden Kreisverkehre in der Bottendorfer Straße und im Bereich der Kanton-Brou-Straße, die inzwischen beleuchtete Fußgängerbrücke über dem Walkegraben zur Wehrweide und auch die neue Bushaltestelle. „Dort ist überall Qualität entstanden“, betonte Heß.

Die Uferstraße in Frankenberg im November 2018 vor dem Umbau.

Sein Versprechen für die nächsten Jahre: „Wir werden weitermachen.“ Schon im Haushalt 2021 sollen „weitere wichtige Punkte für eine positive Zukunft der Stadt“ auf den Weg gebracht werden. Die Hoffnung des Bürgermeisters liegt auch auf der Ausrichtung der Landesgartenschau 2027, um die sich die Stadt bewirbt.

„Es hat sich gelohnt. Wir haben einen weiteren großen Schritt zur Attraktivierung der Innenstadt gemacht“, kommentierte André Kreisz als Vorsitzender Frankenberger Kaufleute die jüngsten Baumaßnahmen. Die stetigen Investitionen in die Infrastruktur seien wichtig, um weiter im Städtewettbewerb mithalten zu können.

Die Uferstraße in Frankenberg im November 2020 nach dem Umbau.

„Es war ein sehr großes und anspruchsvolles Projekt“, sagte Jörg Scheffer (Firma Rohde) für die bauausführenden Firmen. „Mit großer Leidenschaft wurden in der Uferstraße Visionen realisiert“, betonte Bauplaner Dirk Koch vom Kasseler Architektenbüro Oppermann. Karsten Dittmar, Bauamtsleiter der Stadt Frankenberg, sprach von einem „außergewöhnlich teamorientierten Zusammenwirken aller am Projekt Beteiligten.“

Die Uferstraße in Zahlen

3,4 Kilometer Bordsteine wurden bei der Umgestaltung der Uferstraße eingebaut.

8,2 Millionen Euro hat der Straßenbau gekostet. Hinzu kommen 1,2 Millionen Euro Landschaftsbau entlang der Straße – unter anderem für den Ederuferpark.

80 Wochen, also etwa anderthalb Jahre, betrug die Bauzeit für die Umgestaltung der Uferstraße. Die Sperrung begann am Tag nach der Europeade im Juli 2019.

100 Bäume wurden und werden noch im Bereich der Uferstraße gepflanzt. Hinzu kommen 1000 Sträucher, 10 000 Stauden, 100.000 Blumenzwiebeln.

1800 Lkw-Ladungen Erdaushub mussten weggefahren werden – unter anderem, weil die Uferstraße im Bereich des Parkhauses rund 1,80 Meter tiefergelegt wurde. Das Material wurde vor allem im Neubaugebiet Bockental für einen Landschaftspark verwendet.

4400 Tonnen Asphalt wurden für die neue Straße verbaut. Das Gewicht entspricht etwa 3400 VW Golf.

8400 Quadratmeter Pflaster wurden für die Nebenanlagen verwendet, vor allem die neue Promenade.

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