Bundespolizei ermittelt

Lokführer erleidet Schock: Unbekannte setzen lebensechte Puppe ins Gleis - Zweiter Fall in Volkmarsen

Reste der Puppe aus Plastik.
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Reste einer Puppe liegen neben den Gleisen. Unbekannte haben auf einer Bahnstrecke im sauerländischen Marsberg eine große selbstgebastelte Puppe ins Gleisbett gesetzt und damit einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst.

Menschenähnliche Puppen haben in Marsberg und einen Tag später bei Volkmarsen die Notbremsung eines Regionalzuges ausgelöst. Die Polizei fandet nach den unbekannten Tätern.

Update vom Freitag, 22.01.2021, um 15.25 Uhr: Nachdem Unbekannte eine menschenähnliche Puppe auf Bahngleisen in Marsberg (Nordrhein-Westfalen) abgelegt und einen Lokführer damit zur Notbremsung gezwungen hatten, berichtet die Bundespolizei Kassel von einem zweiten Vorfall in dem nur rund 30 Kilometer entfernten Ort Volkmarsen (Waldeck-Frankenberg).

Laut der Bundespolizei Kassel spielte sich der Vorfall in Marsberg bereits am Mittwoch, 20.01.2021, ab. Der Lokführer einer Regionalbahn hatte geglaubt einen Menschen überfahren zu haben und erlitt einen Schock. Später wurde eine Puppe aus Plastik gefunden.

Ein verblüffend ähnlicher Fall ereignete sich nur einen Tag später am Donnerstag, 21.01.2020, an einem Bahnübergang auf der L3050 zwischen Volkmarsen und Külte. Laut Polizei löste ein 44-Jahre alter Lokführer der Kurhessenbahn gegen 21.30 Uhr die Notbremsung aus, weil er ebenfalls glaubte einen Menschen auf den Gleisen sitzen zu sehen. Am Bahnübergang bei Külte gab es erst Anfang Dezember einen Unfall - die Bundespolizei sucht weiterhin nach Zeugen des Vorfalls.

Zwei Fälle von lebensechten Puppen auf Bahngleisen: Extreme nervliche Belastung für beide Lokführer

Nach der Kollision alarmierte der Lokführer Polizei und Rettungskräfte, immer noch in dem Glauben einen Menschen überfahren zu haben. Der Notarzt rückte mit Blaulicht an. Nach einiger Verwirrung stellten die Rettungskräfte fest, dass es sich nur um eine Puppe handelte. Offenbar war die lebensgroße Puppe aus Plastik mit echter Kleidung angezogen worden und mit dem Rücken auf den Gleisen platziert worden.

Der Lokführer war nach dem Vorfall nicht mehr in der Lage die Fahrt fortzusetzen und musste abgelöst werden. Die Strecke musste für rund eine Stunde gesperrt werden. Laut Polizei hatten zwei Folgezüge deshalb erhebliche Verspätung.

„Solche Taten, bei denen die Gesundheit anderer Menschen gefährdet werden, sind keine Dummejungenstreiche, sondern gravierende Straftaten!“, betonte die Bundespolizei Kassel in ihrer Pressemitteilung nachdrücklich. Im Fall der Puppe bei Volkmarsen hat die Bundespolizei in Kassel die Ermittlungen aufgenommen. Den Fall bei Marsberg untersuchen die Kollegen der Bundespolizei in Dortmund. Auf den oder die Täter kommen neben strafrechtlichen Konsequenzen möglicherweise aus Schadensersatzklagen zu.

Puppe auf Gleisen führt zur Notbremsung: Lokführer erleidet Schock

Erstmeldung vom Freitag, 22.01.2021, um 7.03 Uhr: Marsberg - Unbekannte haben einen Lokführer in Marsberg mit einer menschenähnlichen lebensgroßen Puppe auf dem Bahngleis geschockt: Der 49-Jährige vermutete eine tödliche Kollision. Die Fahrgäste wurden aus dem Zug gebracht

Wie die Bundespolizei in Sankt Augustin am Donnerstag mitteilte, überfuhr der 49-Jährige am Mittwochabend in der Nähe von Marsberg mit seinem Regionalexpress trotz einer Notbremsung die Puppe. In dem Glauben, einen Menschen erfasst zu haben, schlug er Alarm.

Auch die zur Einsatzstelle entsandten Hilfskräfte gingen anfangs von einem tödlichen Unfall aus, weil sie Kleidungsstücke unter dem Zug entdeckten. Erst etwas später stellte sich heraus, dass es sich um eine aus Holz und Füllmaterial gefertigte menschliche Puppe ähnlich einer Vogelscheuche handelte. Dem Lokführer zufolge wurde sie sitzend mit dem Rücken in Richtung des Zugs platziert.

Die Bundespolizei ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr. Die Fahrgäste blieben bei der Notbremsung unverletzt. Sie wurden allerdings von der Feuerwehr aus dem Zug gebracht. Von einem nahen Bahnübergang aus fuhren sie mit Taxis weiter. Die Strecke war über zwei Stunden gesperrt. (Philipp Zettler mit afp)

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