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Unser Dorf hat Zukunft: Freienhagen gewinnt Regionalentscheid

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Von: Jörg Paulus, Matthias Schuldt

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Das Foto entstand beim Dorfrundgang in Freienhagen. Der Waldecker Stadtteil darf nun am Landesentscheid von „Unser Dorf hat Zukunft“ teilnehmen.
Das Foto entstand beim Dorfrundgang in Freienhagen. Der Waldecker Stadtteil darf nun am Landesentscheid von „Unser Dorf hat Zukunft“ teilnehmen. © Höhne, Cornelia

Freienhagen hat den Regionalentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen. Der Stadtteil der Stadt Waldeck erhielt von der Bewertungskommission die meisten Punkte der 13 Teilnehmer-Dörfer aus den Kreisen Waldeck-Frankenberg, Main-Kinzig und Hochtaunus, die eine Region bildeten.

Waldeck-Frankenberg – Das war knapp: Nur 0,5 Punkte haben den Sieg im Regionalentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgemacht. Nur 0,5 Punkte lag das Siegerdorf Freienhagen, Stadtteil von Waldeck, vor Brachttal-Streitberg (Main-Kinzig-Kreis). Beide Dörfer dürfen im Juni am Landesentscheid teilnehmen.

Die Sieger-Orte setzten sich gegen elf andere Dörfer durch, die ebenfalls am Regionalentscheid teilgenommen haben. Dabei bildeten Waldeck-Frankenberg, der Main-Kinzig-Kreis und der Hochtaunuskreis eine gemeinsame Region, die von einer achtköpfigen Bewertungskommission aus Personen aller Landkreise in den vergangenen Wochen bereist wurden. Unter die ersten Fünf schafften es aus Waldeck-Frankenberg auch Geismar als 4. und Basdorf als 5.

Das Ergebnis des Regionalentscheids

1. Freienhagen (Waldeck-Frankenberg) 5000 Euro.

2. Brachttal-Streitberg (Main-Kinzig-Kreis), 4000 Euro.

3. Schlüchtern-Wallroth (Main-Kinzig) 3000 Euro.

4. Geismar (Waldeck-Frankenberg), 2000 Euro.

5. Basdorf (Waldeck-Frankenberg), 1000 Euro.

Mit Erfolg teilgenommen haben Laisa, Adorf, Rhadern, Asel und Bömighausen (alle Waldeck-Frankenberg), Steinau-Sarrod und Steinau-Ulmbach (Main-Kinzig) und Usingen-Kransberg (Hochtaunus).

Sonderpreise in Waldeck-Frankenberg: Adorf (Steigerung der Attraktivität des Dorfes durch Folgenutzung leerstehender Gebäude, Sanierung von Bausubstanz) und Asel (Wissenstransfer im Bereich Fauna und Flora).

„Die Bewertung war nicht leicht und wurde auch durch die unterschiedlichen Ausgangslagen der Dörfer erschwert“, berichtete Sigrid Göbel vom Landkreis Waldeck-Frankenberg als Leiterin der Bewertungskommission des Regionalentscheids der drei Landkreise. „Uns rauchten am Entscheidungstag die Köpfe und wir mussten öfters die Dokumentationen und Fotos der Bereisungen zu Hilfe nehmen. Es war ein langer Prozess“, berichtete Göbel am Dienstag in einer Pressemitteilung. „Häufiger wurden identische Punktzahlen vergeben.“

Dörfer überraschten mit kreativen Ideen

Mit Begeisterung und Stolz haben sich die Menschen vor Ort eingesetzt, um ihre Orte zu präsentieren: Karten, Broschüren und Vorträge – auch in Mundart – wurden erarbeitet, viele Projekte erläutert und regionaltypische Köstlichkeiten gereicht, lobte die Jury. Verschiedene Darbietungen rundeten das Programm ab. Themen wie der Verlust von Infrastruktur, Netzwerkbildung, Klimaschutz, Mobilität oder Leerstand wurden ebenso diskutiert wie gemeinschaftliches Handeln der unterschiedlichen Altersgruppen und Vereine oder das Bewahren von Traditionen.

Frische Waffeln servierte die Geismarer Landfrauenvorsitzende Karin Paar (links) den Mitgliedern der Jury von „Unser Dorf hat Zukunft“.
Frische Waffeln servierte die Geismarer Landfrauenvorsitzende Karin Paar (links) den Mitgliedern der Jury von „Unser Dorf hat Zukunft“. © Privat

Dabei überraschten die Dörfer mit vielen kreativen Ideen: Der Kommission wurden zahlreiche Beispiele zur Belebung ehemals leerstehender Gebäude gezeigt. Einwohner übernahmen Initiativen zur Veräußerung von Gebäuden. Neubürger, Rückkehrer oder Geflüchtete wurden herzlich aufgenommen und durch persönliche Ansprache oder Übergabe einer Informationsbroschüre begrüßt. Auch Innenentwicklung und Stärkung dörflicher Strukturen standen im Fokus.

Lob für alle Teilnehmer-Dörfer

„Die Kommission freute sich über jeden Ort, der am Wettbewerb teilgenommen hat“, heißt es in der Bilanz des Regionalentscheids. „Es ist sehr beeindruckend, was die Orte gemeinsam alles auf die Beine gestellt haben und welch großes Potenzial im ländlichen Raum vorhanden ist.“ Die bauliche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung eines Ortes erfahre durch den Wettbewerb mit seinem enormen bürgerschaftlichen Engagement neuen Schwung. Um dieses Engagement zusätzlich zu den Preisgeldern zu unterstützen, erhält jeder Ort eine Prämie von 500 Euro seitens der zuständigen Landkreise.

Auch Jürgen van der Horst, der Landrat von Waldeck-Frankenberg, gratulierte den Teilnehmer-Dörfern: „Eigentlich haben sie alle gewonnen, denn in ihnen engagieren sich aktive Bürger und setzen sich gemeinschaftlich für die Zukunft ihrer Region ein.“

Das sagt der Ortsvorsteher von Freienhagen

„Dieser Erfolg ist nicht vom Himmel gefallen“, sagt Freienhagens Ortsvorsteher Martin Schwechel über den ersten Platz im Regionalentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“. Schwechel benennt vier wesentliche Säulen aus seiner Sicht für den Erfolg:

Mit Vorfreude sehe Freienhagen dem Landesentscheid im Juni entgegen, sagt der Ortsvorsteher. Das Jury-Protokoll des Regionalentscheides werde zeigen, an welchen Stellen das Dorf nacharbeiten könne, um auf Hessenebene erfolgreich zu bestehen, sagt Schwechel.

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