Unwetter-Bilanz: Bäume stürzen auf Gräber, Blitz trifft Kilian

Unwetter über dem Landkreis: In Korbach (Bild) verwandelten Wassermassen Straßen in Seen. Foto:  112-magazin.de

Waldeck-Frankenberg. Nach dem schweren Unwetter am Sonntag über Waldeck-Frankenberg sind erst am nächsten Morgen alle Schäden deutlich geworden.

Vielerorts gab es sintflutartige Regenfälle und Hagel, Blitz und Donner und orkanartige Sturmböen. Vor allem der Nordkreis war betroffen.

Mehrere Feuerwehren rückten aus, um zum Beispiel umgestürzte Bäume zu beseitigen, vollgelaufene Keller leerzupumpen oder verstopfte Gullyeinläufe zu reinigen. Es entstanden teils hohe Schäden. Über Korbach tobte das Unwetter gegen 19.30 Uhr. Starkregen ergoss sich über der Kreisstadt. Einige Straßen wurden überflutet, unter anderem die Arolser Landstraße unter der Eisenbahnbrücke. Dort stecken mehrere Autos fest.

Während eines Konzertes auf der Freilichtbühne überraschte nicht nur der Starkregen mit Hagel die Besucher, es brachen auch mehrere starke Äste von Bäumen ab und stürzten zum Beispiel vor eine Verkaufshütte für Getränke und auf einen seitlichen Teil der Bühne. Verletzt wurde niemand, die Veranstaltung wurde vorzeitig beendet. In der Nachbarschaft stürzte ein Baum auf ein Hausdach, die Stadtmauer fing den Baum jedoch ab. Auf der Altstadtfestmeile wurden mehrere Zelte beschädigt oder zerstört.

In eine der sogenannten Fialen am Turmumgang der Kilianskirche schlug offenbar der Blitz ein. Die schwere Zier an der nach Südwesten gerichteten Turmecke stürzte herab, schlug auf einem Kapellendach ein, riss die Dachrinne mit sich und blieb in Teilen auf dem Weg zwischen Kirche und Museum liegen. Verletzt wurde niemand.

Auf dem und rund um den Korbacher Friedhof riss der Sturm zahlreiche Äste ab, eine große Birke brach in einer Höhe von gut zwei Metern ab und kippte auf mehrere Gräber. Der Friedhof müsse vermutlich am Montag für Besucher vorerst gesperrt werden, sagte am Abend Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt, der als Grund für die in diesem Gebiet verstärkten Schäden eine Windhose sieht. „An anderen Stellen ist überhaupt nichts passiert“, meine Schmidt. Die Stadt werde Fachfirmen hinzuziehen, um die vielen Unwetterschäden zu beseitigen. Auch müssten wohl viele Bäume daraufhin untersucht werden, ob weitere Äste gebrochen seien und entfernt werden müssten.

Unwetter im Kreis Waldeck-Frankenberg

Die Heerstraße in Korbach wurde halbseitig gesperrt, da dort am Fahrbahnrand der Stamm eines großen Baumes regelrecht gespalten wurde. Auch hier müsse am Montag eine Fachfirma hinzugezogen werden. Auf dem Viermündener Friedhof ist eine Sommerlinde offensichtlich vom Blitz gefällt worden. Auch dort zog ein Sturm mit heftigem Regen und auch Hagel auf. Kurze Zeit später fiel der Strom für circa eine Stunde aus.

In vielen Orten des Landkreises waren am Abend die Feuerwehren im Einsatz. So waren Helfer und Material unter anderem in Diemelstädter, Volkmarser und Bad Arolser Stadtteilen gefragt: Hier kippten ebenfalls Bäume um, außerdem liefen Keller voll Regenwasser. Die B450 zwischen Bad Arolsen-Landau und Wofhagen-Gasterfeld wurde voll gesperrt. Auch die Bundesstraße 252 in Höhe Kirchlotheim war zeitweise gesperrt, nachdem Bäume umgestürzt waren.

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Alles zu dem Unwetter in der Region gibt es hier.

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