Veränderte Grabkultur bedroht Steinmetze

Altes Handwerk: Auch die beiden Steinmetzmeister Martin-Willi Tripp (links) und sein Vater Karl-Heinz aus Haubern haben sich neue Tätigkeitsfelder gesucht, weil die Nachfrage nach Grabsteinen immer weiter zurückgeht. Foto:  V. Fischer

Waldeck-Frankenberg. Der Trend bei der Grabkultur geht immer mehr zu Urnen-, Rasen- und Waldbestattungen. Auch die Steinmetz-Betriebe in Waldeck-Frankenberg bekommen weniger Aufträge für Grabmäler.

Früher habe die Fertigung von Grabmälern für Erdbestattungen die Haupteinnahmequelle für seine Steinmetzwerkstatt ausgemacht, berichtet Steinmetzmeister Karl-Heinz Tripp aus Haubern. Heute seien es nur noch 50 Prozent. Die andere Hälfte stemme sein Betrieb mit der Fertigung von Treppen und Fensterbänken aus Naturstein.

„Vom Steinmetzen allein kann kein Betrieb mehr leben“, bestätigt Ursula Emde, Seniorchefin bei Steinmetz- und Steinbildhauerei Emde in Korbach. Auch ihr Familienbetrieb sei von den fehlenden Aufträgen für Grabsteine und Einfassungen „arg betroffen“.

Von früher 50 Grabeinfassungen, die im Jahr verkauft wurden, seien es mittlerweile nur noch 20. „Ohne ein zweites Standbein müssten viele Steinmetze dicht machen“, erklärt Emde, deren Betrieb auch Treppen und verschiedene Arbeitsplatten herstellt.

Von Viktoria Fischer

Welche Grund Karl-Heinz Tripp für weniger Erdbestattungen sieht, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine/HNA Waldeckische Allgemeine.

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