HNA-Serie „Was wurde aus...“

Verein „Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg“ hat schon 80 Mitglieder

Die Gründungsmitglieder des Vereins Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg sowie an der Gründung Beteiligte. Vorne von links: Geschäftsführer Tim Oberlies, Vorsitzender Prof. Dr. Markus Pfuhl (beide Firma Viessmann), 2. Vorsitzender Karl-Friedrich Frese (Erster Kreisbeigeordneter) und Schirmherr Landrat Dr. Reinhard Kubat. Aufnahme im Hinterhof des Landratsamtes Frankenberg.
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Die Gründungsmitglieder des Vereins Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg sowie an der Gründung Beteiligte. Vorne von links: Geschäftsführer Tim Oberlies, Vorsitzender Prof. Dr. Markus Pfuhl (beide Firma Viessmann), 2. Vorsitzender Karl-Friedrich Frese (Erster Kreisbeigeordneter) und Schirmherr Landrat Dr. Reinhard Kubat.

„Was wurde aus ...?“ heißt unsere Serie zum Jahresrückblick, in der wir erzählen, was aus besonderen Themen des Jahres geworden ist. Heute geht es um das Projekt Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg.

Waldeck-Frankenberg – Die Idee, dass Waldeck-Frankenberg bis 2035 klimaneutral werden soll, hat großen Anklang gefunden. Am 20. Oktober 2021 hatten, wie berichtet, auf Initiative des Allendorfer Heiz- und Klimatechnik-Unternehmens Viessmann und des Landkreises Waldeck-Frankenberg zunächst 13 Unternehmen und Organisationen im Landkreis den Verein „Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg“ mit diesem ehrgeizigen Ziel gegründet. „Mittlerweile haben wir bereits 80 Mitglieder“, sagt Tim Oberlies, der Geschäftsführer des Vereins.

Tim Oberlies, Geschäftsführer des Vereins Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg

Gleich nach der Vereinsgründung sei die Homepage klimaneutrales-wfkb.de stark frequentiert worden und in kürzester Zeit seien weitere Mitglieder beigetreten. Von Kleinbetrieben über mittelständische Unternehmen bis hin zu Konzernen, von Kaufleuten bis zum Kreisbauernverband, von Energieunternehmen über die Kreishandwerkerschaft bis hin zu (Sport-)Vereinen reiche das Spektrum.

Auch alle 22 Bürgermeister im Kreis wollen mitmachen. Die örtlichen Parlamente stimmen derzeit über den Vereinsbeitritt ab.

Positive Rückmeldungen

„Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen“, freut sich der Geschäftsführer. Das Ziel, das bei der Vereinsgründung genannt wurde, überzeuge: Angesichts der bereits deutlich sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels wollen die Akteure Vorreiter im Klimaschutz sein und die von der Bundesregierung angestrebte Klimaneutralität für das Jahr 2045 deutlich früher erreichen. Denn die Erderwärmung auf plus zwei Grad zu begrenzen, könne mit aktuellen Maßnahmen nicht mehr erreicht werden.

„Die Mitglieder sind sich der Dringlichkeit bewusst. Sie wollen gemeinsam anfangen zu handeln, Teil der Initiative sein und voneinander lernen“, sagt Tim Oberlies. Wie berichtet, will der Verein unter anderem durch Netzwerktreffen, Vorträge, Fortbildungen und durch ehrenamtliche Klimaberater seine Mitglieder in Sachen Klimaschutz unterstützen. Der Geschäftsführer ist zuversichtlich, dass das gelingt: „Ich glaube, dass wir eine einzigartige Konstellation zusammenbekommen, die wirklich Wirkung erzeugen kann.“

Die Besonderheit dieses deutschlandweit einzigartigen Projektes erfährt Beachtung in der Fachwelt, sagt Jörg Schmidt, zuständig für die Viessmann-Unternehmenskommunikation und Vorsitzender der Kimaschutz-unternehmen. Das sind 50 Firmen aus ganz Deutschland, „die sich mit dem Klimaschutz intensiv auseinandersetzen und Vorreiterrollen haben“. Ihnen hatte er das Projekt vorgestellt. Auch sie seien davon angetan gewesen.

Drei Kernpunkte für das Jahr 2022

Der Vorstand des im Oktober gegründeten Vereins Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg – mit dem Vorsitzenden Prof. Dr. Markus Pfuhl (Firma Viessmann) und dem 2. Vorsitzenden Karl-Friedrich Frese (Erster Kreisbeigeordneter) an der Spitze – hat seine Arbeit aufgenommen und will im kommenden Jahr zunächst drei Kernpunkte umsetzen, sagt Geschäftsführer Tim Oberlies.

Als erstes die Erhebung des aktuellen Stands: Durch Befragung der Mitglieder soll der Status quo in deren Unternehmen ermittelt werden, um ihnen nutzergerechte Angebote in Sachen Klimaschutz machen zu können. Angebote, die die „große Vielfalt der Bedürfnisse abbilden können“, sagt Oberlies.

Der zweite Kernpunkt ist die Bilanzierung: „Wir wollen sehen: Wo stehen wir im Augenblick? Wie viel CO2-Emissionen werden im Landkreis derzeit freigesetzt?“, erläutert der Geschäftsführer. Daraus solle drittens ermittelt werden, welche (Leuchtturm-)Projekte für die CO2-Einsparung beziehungsweise -Reduzierung sorgen können. „Es geht darum aufzuzeigen, was jedes Mitglied für sich und wir insgesamt mit der Initiative erreichen wollen und können“, beschreibt Oberlies den Hintergrund.

Begonnen wurde laut Geschäftsführer mit dem Treffen eines Fachkreises. Ihm gehören derzeit zehn Nachhaltigkeitsmanager an – Klimaschutz-Experten aus Firmen oder Organisationen, die sich austauschen, um voneinander zu lernen sowie Tipps und gute Beispiele weiterzugeben. Ihre Treffen fanden bisher coronabedingt online statt. Im kommenden Jahr wollen sie in den einzelnen Firmen zusammenkommen. Dort können die Experten den Kollegen dann jeweils besondere Projekte vorstellen.

Ehrenamtliche Klimaberater geplant

Neben diesem Expertenkreis soll es auch ehrenamtliche Klimaberater geben. Die Mitglieder fragen derzeit in ihren Unternehmen, wer von den Mitarbeitern bereit ist, ehrenamtlich andere in Sachen Klimaschutz zu unterstützen.

In der Firma Viessmann haben sich bereits 20 Fachleute dafür gemeldet. Ziel ist, Berater aus unterschiedlichen Branchen und Bereichen zu bekommen, die dann umfassend informieren können, sagt Oberlies.

Weitere Informationen auf klimaneutrales-wfkb.de

Von Martina Biedenbach

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