Vereinsleben steht still

Corona bringt Vereine in Not: Veranstaltungen abgesagt, Einnahmen brechen weg

Ein gemeinsames Musizieren ist zurzeit nicht möglich: Im vergangenen Jahr traten beim Bundessängerfest auf der Itterburg neben dem Gemischten Chor Thalitter auch Vereine aus Obernburg und Diemeltal auf.
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Ein gemeinsames Musizieren ist zurzeit nicht möglich: Im vergangenen Jahr traten beim Bundessängerfest auf der Itterburg neben dem Gemischten Chor Thalitter auch Vereine aus Obernburg und Diemeltal auf.

Eine schwere Zeit, auch für die Waldeck-Frankenberger Vereine. Das Vereinsleben steht aufgrund der Corona-Pandemie weitgehend still.

Von der Coronakrise sind besonders die vielen Sportvereine betroffen. „Alle Fußball-Spieltermine sind abgesagt. Die Heimspiele sind eine wesentliche Einnahmequelle. Das Geld fehlt uns zur Abdeckung von laufenden Kosten“, schildert Patrick Nolte vom TSV Bottendorf die Situation. Als Einnahmen in der Haushaltsplanung berücksichtigt seien auch die Erlöse von Veranstaltung im Mai, Juni und Juli. Ob sie überhaupt stattfinden können, sei unklar. „Aber Übungsleiterkosten sowie zum Beispiel der Kredit für die Fotovoltaikanlage laufen weiter“, sagte Nolte.

Doch das Problem ist nicht nur materieller, sondern auch sozialer Art. Nolte: „Für viele Mitglieder und Fans gehört der Fußball, ob in der Bundesliga oder in der Kreisliga, inklusive der Diskussionen und Gespräche zum Alltag.“

Kloster Haina und Synagoge Vöhl für Besucher geschlossen

Auch kulturell tätige Vereine leiden unter der Coronakrise. Die Freunde des Klosters Haina können der Öffentlichkeit derzeit weder die mittelalterliche Klosteranlage bei Führungen zeigen, noch die bereits vorbereitete Ausstellung über den Arolser Tischbein, den Maler Johann Friedrich August Tischbein (1750-1812), eröffnen.

Der Förderkreis der Synagoge Vöhl hat zunächst alle größeren Veranstaltungen, wie zum Beispiel Konzerte, bis in den Mai abgesagt und die Synagoge für Besucher geschlossen. Finanziell ist das laut Vorsitzendem Karl-Heinz Stadtler kein Problem, größere Sorgen mache jedoch das „Landkulturboten“-Projekt, das im Sommer ansteht. „Die Ausschreibungen haben stattgefunden und die ersten Bewerbungen sind eingegangen“, berichtet der Vorsitzende. Der Förderkreis hat sich entschieden, die Bewerbungsfrist bis Ende April zu verlängern. „Wir gehen davon aus, dass auch in diesem Jahr sechs Schüler während der Sommerferien Besucher in der Synagoge empfangen werden“, so Stadtler.

Der Bezirkslandfrauenverein Waldeck musste eine wichtige Veranstaltung bereits absagen. „Der Landfrauentag in Korbach wird auf das nächste Jahr verschoben“, sagt Vorsitzende Elke Jäger.

Appell: Vereinen in Corona-Zeit treu bleiben

Die Waldeck-Frankenberger Vereine leisten eine großartige Arbeit. Die Corona-Krise sorgt jedoch auch dort für Existenznöte. Aus diesem Grund appelliert der Frankenberger Rechtsanwalt Robert Ingenbleek: „In dieser Zeit ist unsere Solidarität gefragt. Auf etwaige Rückzahlungen sollte deshalb verzichtet werden, damit unsere Vereine überleben und wir in Zukunft wieder gemeinsam Sport treiben oder anderen Freizeitaktivitäten nachgehen können.“

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