Verhandlung über Schlägerei vertagt: Handyvideo verhindert Urteil

Frankenberger Land. Erst nach 90 Minuten taucht in der Gerichtsverhandlung ein neues Beweismittel auf: ein Handyvideo der Schlägerei. Deshalb wird das Urteil vertagt.

Bei dieser Schlägerei in einer Frankenberger Kneipe sollen zwei Brüder (45 und 34 Jahre) aus dem Frankenberger Land im November 2013 einen 53-Jährigen verletzt haben. In der Anklageschrift wird dem jüngeren, der nach eigenenen Angaben stark alkoholisierten Männer, vorgeworfen, in der Gaststätte aus nichtigem Anlass einem anderen Gast geschlagen zu haben. Anschließend sollen beide Männer auf den am Boden liegenden Mann eingeschlagen und getreten haben.

Zu dem Vorfall äußerten sich beide nun vor Gericht. Laut dem jüngeren der Brüder ging der Schlägerei ein Wortgefecht voraus, der 53-Jährige als Nebenkläger bestreitet das jedoch. Die Brüder wiederum bestreiten, den am Boden liegenden Mann weiter malträtiert zu haben, obwohl dessen Nasenfraktur und mehrere Hämatome vermuten lassen, dass er mehrfach geschlagen wurde.

Bei der Aussage der Frau des Nebenklägers, die sich weitestgehend mit der ihres Mannes deckte, wurde dann das Handyvideo erwähnt, das ein Zeuge gedreht haben soll, der nicht vor Gericht geladen war. Die Existenz dieses neuen Beweismittels verwunderte auch die erfahrene Richterin Andrea Hülshorst. Auf die Frage, warum dies bisher nicht zur Sprache gekommen sei, gab die Zeugin an, der potentielle Zeuge habe sich heraushalten wollen und außerdem sei das Video auch sehr dunkel, man erkenne nichts.

Da die Zeugenaussagen gegenübergestellt werden müssen und der neue Zeuge geladen werden muss, wurde die Verhandlung ausgesetzt. Vorher fragte die Richterin aber noch einmal alle Zeugen, ob sie sich noch an andere Anwesende oder Beweismittel erinnern, um zu vermeiden, dass man noch einmal ergebnislos auseinandergeht. (mia)

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