Regeln werden von Kunden akzeptiert

Verschärfte Maskenpflicht: So läuft es bisher in Waldeck-Frankenberg

FFP2-Maske beim Einkaufen: Die seit einer Woche geltenden, verschärften Regelungen werden in Geschäften und Supermärkten von den Kunden ohne Diskussionen umgesetzt – das ergab eine stichprobenartig geführte Umfrage unserer Zeitung bei heimischen Einzelhändlern.
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FFP2-Maske beim Einkaufen: Die seit einer Woche geltenden, verschärften Regelungen werden in Geschäften und Supermärkten von den Kunden ohne Diskussionen umgesetzt – das ergab eine stichprobenartig geführte Umfrage unserer Zeitung bei heimischen Einzelhändlern.

Wir wollten bei einer stichprobenartig geführten Umfrage von Einzelhändlern in Waldeck-Frankenberg wissen, ob die Kunden die verschärfte Maskenpflicht akzeptieren, die seit dem 23. Januar wegen der Corona-Pandemie gilt.

Waldeck-Frankenberg - „Zu 99,9 Prozent halten sich unsere Kunden an die seit einer Woche geltende, verschärfte Maskenpflicht. Wenn doch mal jemand mit dem falschen Mund-Nasen-Schutz in den Markt kommt, bitten wir ihn freundlich darum, die richtige Maske aufzusetzen. Bislang gibt es keine Probleme“, berichtete Stephan Fink, Leiter des Rewe-Marktes an der Wildunger Landstraße in Korbach auf Anfrage unserer Zeitung.

Fink weist auch darauf hin, dass man im Notfall auch mal mit der korrekten Maske aushelfe – schließlich habe man im Markt immer FFP2- oder OP-Masken zur Hand. „Unsere Mitarbeiter sind selbstverständlich auch verpflichtet, den richtigen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Auch die Kunden des Gemündener Rewe-Markts halten sich nach Schilderung von Geschäftsführer Karsten Lerch an die aktuelle Maskenpflicht: „Mir und meinem Team sind bislang keine Personen aufgefallen, die zum Einkauf bei uns noch Halstücher oder herkömmliche Stoffmasken tragen.“

Der überwiegende Teil der Kunden benutze OP-Masken – möglicherweise, weil diese preislich günstiger seien. Bei den Älteren seien vermehrt FFP2-Masken zu sehen, so Lerch. Der Grund dafür könnten kostenlose FFP2-Masken für die Altersstufe ab 60 Jahren sein.

Auch im Gemündener Rewe-Markt habe man sich mit Einführung der neuen Pflicht gefragt, ob sich die Bevölkerung an diese Vorgabe halte: „Im Laufe der Zeit haben sich die Menschen aber an das Maskentragen gewöhnt, so dass die aktuelle Umstellung für sie wohl keine Schwierigkeit darstellt“, bemerkt Geschäftsführer Karsten Lerch.

Wenn aber doch noch mal ein Kunde oder eine Kundin mit Halstuch oder Stoffmaske den Markt betrete, werde man ihn oder sie höflich, aber bestimmt auf die neue Maskenpflicht zum Tragen von OP-Masken oder FFP2-Masken hinweisen. Mehr könne man dann aber nicht mehr tun, sagt Karsten Lerch: „Wir sind nicht die Polizei oder das Ordnungsamt.“

„Im Großen und Ganzen halten sich die Kunden an die neuen Vorschriften“, sagt auch Ingrid Weber von der Lichtenfelser Bäckerei Dirk Weber. Probleme gebe es aktuell nicht. „Die gab es eher zu Beginn der Maskenpflicht im vergangenen Jahr.“

Matthias Möbus, der einen Edeka-Markt in Frankenau betreibt, konnte ebenfalls kaum Verstöße gegen die verschärften Anforderungen an die Masken verzeichnen. Dass Kunden noch einen „Stofflappen“ tragen, sei eher die Ausnahme, berichtet Möbus. Fast alle würden inzwischen die korrekten Masken nutzen, die es ab dieser Woche auch bei ihm im Markt zu kaufen gebe.

Auch bei „Brillen-Naber“ in der Korbacher Fußgängerzone gab es bislang keine Probleme mit Kunden, die sich nicht an die neuen Regeln hielten. „Wir hatten lediglich einen Kunden, der mit einem Tuch in das Geschäft kam. Als wir ihn darum gebeten haben, den richtigen Gesichtsschutz aufzusetzen, ist er zurück zu seinem Auto gegangen und mit einer entsprechenden Maske wiedergekommen“, sagt Klaus Naber.

Der Optiker berichtet, dass es zu Beginn der Corona-Pandemie, als die Maskenpflicht erstmals eingeführt worden sei, eher die eine oder andere Diskussion mit Kunden gegeben habe. „Nun gehört das Tragen von Masken aber zum Alltag. Und letztlich scheint es den Menschen auch egal zu sein, was für einen Gesichtsschutz sie aufsetzen. So ist zumindest unser Eindruck nach den ersten beiden Tagen mit der verschärften Maskenpflicht in unserem Geschäft.“

Auch Thomas Raabe, Geschäftsführer beim Lebensmittelgroßhandel „Schwalenstöcker & Gantz“ in Korbach, berichtet von einer „unproblematischen Umsetzung“ der verschärften Maskenpflicht. „Natürlich gibt es immer einen geringen Prozentsatz von Menschen, die sich nicht an Regeln halten wollen. Bei uns hat es in den zurückliegenden Tagen aber keinen Zwischenfall in diese Richtung gegeben. Unsere Kunden halten sich ebenso an die Maskenpflicht wie unsere Mitarbeiter“, sagt Thomas Raabe.

Hintergrund

Seit 23. Januar gilt, dass in den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften eine Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken besteht. Medizinische Masken sind sogenannte OP-Masken oder auch virenfilternde Masken der Standards KN95 oder FFP2. Zugelassen sind auch antivirale Gesichtsmasken, die zwar einer Stoffmaske ähneln, die Viren laut Hersteller aber zu 99,9 Prozent inaktivieren. Das Tragen eines einfachen Tuches oder eines Schals reicht nicht aus. OP- oder FFP2-Masken gibt es mittlerweile in Supermärkten, Discountern, bei Apotheken, Sanitätshäusern und Drogerien sowie im Online-Handel zu kaufen. Verstöße gegen die Maskenpflicht werden mit einem Bußgeld in Höhe von 50 Euro belegt. dau

Von Philipp Daum, Susanna Battefeld Und Klaus Jungheim

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