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Weltnaturerbe: Vertreter aus 16 Ländern sprechen im Landkreis über Buchenschutz

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Von: Julia Janzen

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Drei Männer und eine Frau in der Natur, auf einem Baumstamm sitzend.
Aus 16 Ländern waren Vertreter aus Ministerien und Nationalparks nach Waldeck-Frankenberg gekommen. Das Bild zeigt (von links) Nationalparkchef Manuel Schweiger, Kris Vandekerkhove aus Belgien, Wolfgang Borst aus Frankreich und Natalija Andacic aus Kroatien. © Julia Janzen

Zum UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder“ gehören Waldgebiete aus 18 Nationen Europas, darunter sind auch Teile des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Dort fand nun erstmals eine Tagung statt, zu der Vertreter aus 16 Staaten kamen.

Waldeck-Frankenberg - Einmal im Jahr trifft sich das sogenannte Management-Komitee des UNESCO-Welterbes, dieses Mal in Waldeck-Frankenberg. Ein Thema war die Hitze und Trockenheit dieses Sommers und mögliche Auswirkungen auf die Welterbe-Gebiete.

Manuel Schweiger, Leiter des Nationalparks Kellerwald-Edersee, sagte, dass die Folgen der Hitze in den einzelnen Ländern durchaus unterschiedlich seien. In Österreich beispielsweise, so habe ihm ein Tagungsteilnehmer berichtet, sei in den geschützten Gebieten von Trockenheit nichts zu sehen gewesen. Insgesamt könne man sagen, dass die Welterbe-Stätten „weniger sichtbar getroffen“ seien als andere Waldgebiete. Die Buchenwald-Bestände seien „offenbar besser in der Lage, das abzupuffern“. Das zeige insgesamt die Resilienz der alten Bäume. Einzelne „gestresste“ Bäume gebe es aber. Was diese Situation für das Ökosystem bedeute, sei aber nicht klar.

Auch Waldbrände, die es in mehreren Ländern in diesem Sommer gab, wurden bei der Zusammenkunft, die in der Bad Wildunger Wandelhalle stattfand, thematisiert. Das Welterbe-Gebiet im Nationalpark Kellerwald-Edersee sei gut geschützt, sagte Manuel Schweiger. Feuchtes Totholz verhindere Brände.

In der großen Runde seien auch möglich Erweiterungen des UNESCO-Welterbegebiets besprochen worden. In Deutschland gebe es derzeit keine weiteren Gebiete, die dazustoßen könnten. Gespräche, beispielsweise über die Aufnahme von Gebieten in Serbien-Montenegro, würden noch laufen. Entscheidungen treffe letztlich aber die UNESCO.

Die zwischenstaatliche Zusammenarbeit im Management-Komitee sei toll und vertrauensvoll, sagte Manuel Schweiger. Einmal im Jahr treffen sich die Vertreter der Gebiete in Präsenz, einmal noch virtuell. Deutschland hatte zuletzt die Präsidentschaft der Runde inne, jetzt ist der Staffelstab an Italien weitergereicht worden.

Das UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder“

94 Gebiete in 18 Ländern Europas gehören aktuell zum UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. Kein anderes Welterbe umfasse so viele Staaten, heißt es vom Nationalparkamt. Fast 100 000 Hektar natürliche Buchenwälder gehören dazu, in Deutschland sind es neben dem Kellerwald auch Gebiete aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Thüringen. jj

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