Dorferneuerung: Land senkt Höchstbetrag

Zu viele Anträge: Nur noch 35.000 Euro für private Projekte

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Er hat schon zweimal Geld aus der Dorferneuerung bekommen: Andreas Bremerich aus Laisa legt in dieser Woche an seiner Scheune, die zum Wohnhaus umgebaut wird, ein Gründach an. Der Umbau wird ebenso gefördert wie vor einigen Jahren bereits die Sanierung seines Hauses.  

Waldeck-Frankenberg. Im Förderprogramm Dorfentwicklung (früher Dorferneuerung) hat das Land Hessen den Förderhöchstbetrag für private Projekte von 45.000 auf 35.000 Euro gesenkt. Er war erst vor drei Jahren von 30.000 Euro erhöht worden. Lediglich für Einzelkulturdenkmäler sind weiterhin 45.000 Euro Zuschuss möglich.

Dies sagte der Landkreis auf Nachfrage, nachdem das Land vor einer Woche die Förderrichtlinie verändert hatte. Insgesamt bleibt der Fördersatz aber bei 35 Prozent der förderfähigen Kosten eines Projekts. Für die ohnehin flexiblen Fördersätze kommunaler Projekte werde es keine gravierenden Änderungen geben.

Wer in einem Ort der Dorferneuerung (siehe Hintergrund) im Fördergebiet wohnt – in der Regel ist das der alte Ortskern – hat Anspruch auf Förderung. Die gibt es zum Beispiel für Sanierungen und Umbauten. Hintergrund für die jetzt reduzierte Förderung ist die hessenweit gestiegene Zahl privater Anträge, weil anders als früher nicht mehr einzelne Dörfer in das Förderprogramm aufgenommen werden, sondern ganze Kommunen und damit alle Ortsteile.

„Das ist ein Vielfaches im Vergleich zu vor fünf Jahren. Würde man den Höchstbetrag nicht absenken, wäre das Geld schnell verbraucht“, sagt Dr. Jürgen Römer, der beim Landkreis die Dorf- und Regionalentwicklung leitet. Er berichtet, dass die Förderrichtlinie, über die seit Monaten diskutiert wurde, für 2017 nun leicht modifiziert wurde, 2018 werde es eine neue geben.

In Waldeck-Frankenberg hatte sich die Zahl der bewilligten privaten Anträge von 2015 auf 2016 erheblich erhöht: von 76 auf 113. Damit stieg auch die Zuwendung aus dem Fördertopf von 850 000 auf rund zwei Millionen Euro. Die förderfähigen Kosten aller Projekte eines Jahres hatten sich im Kreis von 2015 zu 2016 von 3,1 auf 7 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

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