Einebnung von Gräbern auf Battenberger Friedhöfen macht Probleme

Kein schöner Anblick: Eine abgeräumte Grabstätte auf dem Friedhof in Dodenau. Fotos: Hoffmeister

Battenberg. Bisher passierte nichts, wenn die 30-jährige Ruhezeit verstorbener Menschen abgelaufen war - so lange die Gräber entsprechend gepflegt wurden. Das ist nun aber anders.

Die Angehörigen werden - sofern sie zu ermitteln sind - angeschrieben und aufgefordert, entweder die Ruhezeit kostenpflichtig zu verlängern, oder die Gräber einebnen zu lassen. Es ist auch möglich, die Grabeinfassung selbst zu beseitigen.

Daraus haben sich neue Probleme ergeben. Auf dem Dodenauer Friedhof wurden beispielsweise grobe Steine einer früheren Grabstätte hinterlassen. Mehrere Kommunalpolitiker beklagen, dass durch eingeebnete Gräber Freiflächen entstehen, die das Erscheinungsbild nicht gerade verbesserten. Auch die Pflege - beispielsweise Rasenmähen - werde durch eine lückenhafte Belegung erschwert.

„Der Landkreis hat den Anstoß für eine Neuregelung gegeben. Das war schon vor meiner Zeit“, sagte Bürgermeister Christian Klein auf Anfrage der HNA. In diesem Jahr habe man begonnen, die betroffenen Angehörigen anzuschreiben. 225 Briefe habe man bisher verschickt.

Der Bürgermeister weist auf eine sich ändernde Bestattungskultur hin. Viele Menschen seien heute nicht mehr bereit oder durch große Entfernungen auch nicht mehr in der Lage, die Gräber verstorbener Angehöriger über Jahrzehnte zu pflegen. Bei Besuchen aller Friedhöfe habe man sich darauf verständigt, dass besonders markante Grabstätten erhalten bleiben sollen. „Wir lassen uns gern beraten. Was erhaltenswert ist, kann bleiben“, betonte der Bürgermeister.

Wer die Ruhezeit verstorbener Angehöriger um zehn Jahre verlängern möchte, zahle seit diesem Jahr 600 Euro für ein Doppelgrab und 300 Euro für ein Einzelgrab, erklärte Rainer Wolff, städtischer Sachbearbeiter für das Friedhofswesen. Nach entsprechenden Anfragen älterer Angehöriger räumt die Stadt inzwischen auch die Möglichkeit ein, die Ruhezeiten nur um fünf Jahre zu verlängern. Das kostet dann die Hälfte. (off)

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