Vielen Chören in der Region geht Puste aus

Kassel/Waldeck-Frankenberg. Die Chorlandschaft in der Region dünnt aus: In den vergangenen zehn Jahren haben sich 170 Chöre in Nordhessen und Südniedersachsen aufgelöst.

Das geht aus den Zahlen des Mitteldeutschen Sängerbunds (MSB) hervor. Nicht enthalten sind Kirchenchöre und freie Singgruppen, die nicht im Verband organisiert sind.

Voriges Jahr gehörten 657 Chöre dem MSB an. Zehn Jahre zuvor waren es noch 826. Die Zahl der aktiven Mitglieder ist im selben Zeitraum um 6400 gesunken auf aktuell 17 200. Das entspricht einem Rückgang von 27 Prozent. Gerade viele Traditionschöre, die in der Blütezeit des Chorgesangs im 19. Jahrhundert gegründet wurden, müssen wegen fehlenden Nachwuchses aufgeben.

Zwar kommen immer wieder auch neue Gruppen hinzu. Die Altersstruktur deutet aber darauf hin, dass das Chorsterben auch in den nächsten Jahren weitergeht: Mehr als die Hälfte der Mitglieder in den meisten Sängerkreisen ist über 60 Jahre alt.

Auch das geänderte Freizeitverhalten sieht MSB-Präsident Volker Bergmann als einen Grund für den Schwund. Heute gebe es mehr Angebote als früher. Viele Menschen wollten sich zudem nicht mehr dauerhaft an etwas binden. Andererseits seien alteingesessene Chöre auch gefragt, sich zu verändern, wenn sie wieder Zulauf haben wollten. „Viele wagen sich nicht an neue Literatur heran, mit der man auch Jüngere erreichen könnte“, so Bergmann.

Diesen Trend bestätigen auch der Waldeckische Sängerbund und die beiden Sängerkreise im Frankenberger Land. Im Waldeckischen Sängerbund mit seinen zehn Bezirken zwischen Vöhl und Bad Arolsen hat sich zum Beispiel die Zahl der Gesangvereine von 2004 bis 2014 von 111 auf 99 verringert, teilt Geschäftsführer Marco Landau (Obernburg) mit.

Was die Sänger in Waldeck-Frankenberger unternehmen, um Nachwuchs zu werben, das lesen Sie in der gedruckten Mittwochausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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