Bernd Harmel verabschiedet

Vielseitiger Hausmeister an der Nicolai-Schule Mengeringhausen

 Abschied nach 33 Jahren: Hausmeister Bernd Harmel verlässt die Nicolai-Schule. Links Rektorin Katrin Schad.
+
Abschied nach 33 Jahren: Hausmeister Bernd Harmel verlässt die Nicolai-Schule. Links Rektorin Katrin Schad.

Nach 33 Jahren ist der Hausmeister der Nicolai-Schule Mengeringhausen, Bernd Harmel, verabschiedet worden.

Arolsen-Mengeringhausen – Die Nicolai-Schule in Mengeringhausen kennt Hausmeister Bernd Harmel wie kaum jemand sonst, und der Abschied nach 33 Berufsjahren fällt ihm nicht leicht.

Ob es um die Kontrolle der Heizanlage oder das Wehwehchen einer Schülerin auf dem Hof geht, ob aus dem Lehrerkollegium Wünsche erfüllt werden müssen oder die Hecke einen Schnitt braucht - die vielfältigen Aufgaben haben dem gelernten Bau- und Möbelschreiner viel Abwechslung gebracht.

Pädagogische Qualitäten

„Wir lassen ihn ungern gehen“, sagt Schulleiterin Katrin Schad. Und sie bedauert es, dass wegen der Corona-Pandemie eine Abschiedsfeier nicht möglich ist.

Durch den beruflich bedingten Umzug der Eltern ist Bernd Harmel von Gelsenkirchen nach Mengeringhausen gekommen. Nach Schule, Lehre bei Siegfried Wenk in Arolsen und dem Wehrdienst bei der Marine hat er bei der Möbelfabrik Hagro in Arolsen und beim Möbelhaus Klebig gearbeitet und sich dann um die Stelle des Hausmeisters an der damaligen Grund- und Hauptschule Mengeringhausen beworben.

Aus 62 Bewerbern ausgewählt

Aus 62 Bewerbern ist er ausgewählt worden. Er trat die Nachfolge von Emil Prokopy an, der beim Neubau der Schule 1962 eingestellt wurde. Zusammen mit seiner aus Landau stammenden Frau Annegret bezog Harmel die Hausmeisterwohnung. Sie ist seither als Raumpflegerin an der Schule tätig. Und die beiden inzwischen erwachsenen Töchter besuchten ebenfalls die Schule.

In dem Gebäudekomplex mit Turnhalle auf einem 10 000  Quadratmeter großen Gelände gibt es allerhand zu tun.

Einsatz bei Sanierung

„Es waren 33 schöne Jahre“, sagt Harmel lächelnd. Mit allen Lehrerinnen und Lehrern, seinem ersten Schulleiter Manfred Müller und den Nachfolgerinnen Bärbel Roth, Ute Moldenhauer und Katrin Schad habe er bestens zusammengearbeitet. Manfred Müller lobt in einem Brief zum Abschied: „Im Laufe der Jahre erwies es sich, dass Du nicht nur handwerkliche Fähigkeiten hast, sondern auch pädagogische.“

Katrin Schad weiß es sehr zu schätzen, wie sich Harmel bei der Sanierung und Erweiterung der inzwischen zur Grundschule umgewandelten Nicolai-Schule 2008/2009 eingebracht und dabei auch die Interessen der Schulgemeinde vertreten habe.

Das gehört dazu

Stolz zeigt Harmel in seiner verglasten Schaltzentrale im Foyer auf die Steuerungselemente, mit deren Hilfe er genau sieht, ob die Raumtemperatur in den Klassen stimmt oder alle Türen nach Schulschluss geschlossen sind. Wie es sich für einen Schulhausmeister gehört, hat Harmel auch Kakao verkauft, anfangs sogar in die Klassen geliefert. Und als im Unterricht das Thema Ritter angeschnitten wurde, da präsentierte sich der Hausmeister in einer nachgebildeten Rüstung.

Bei den Schulumzügen während der Freischießen war Harmel ebenso eingebunden wie beim Herrichten der Turnhalle für das Heimatfest. Als 2015 in der Altstadt die Hallen für die Unterbringung von 500 Flüchtlingen vom Land unter Beschlag genommen wurden, da entschieden sich die Harmels dafür, in der Hausmeisterwohnung zu bleiben. Da konnte er auch mal einen Blick auf die Turnhalle werfen.

Nachfolger einarbeiten

Durch Sport hält sich Harmel fit, zudem ist er Übungsleiter bei den TuSpo-Dienstagsturnern. Bis ein neuer Hausmeister gefunden sein wird, betreut er die Nicolai-Schule, und er wird den Nachfolger einarbeiten. Die Hausmeisterwohnung wird nach fast 60 Jahren nicht wieder bezogen, sondern für andere Zwecke genutzt. ( Armin Haß )

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.