Festnahme-Erfolg der Frankfurter Zollfahndung

Vier Arolser betreiben schwunghaften Drogenhandel im Darknet

Blick in einen offenen Koffer mit Blister-Verpackungen unterschiedlicher Pillen.
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52.000 Pillen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten und große Mengen unterschiedlicher Drogen haben Zollfahnder bei einer Hausdurchsuchung in Bad Arolsen sichergestellt.

Nach zwei Hausdurchsuchungen in Mengeringhausen und Bad Arolsen und vier Festnahmen durch Beamte der Zollfahndung hat das Zollfahndungsamt in Frankfurt nun Hintergründe der Aktion veröffentlicht.

Bad Arolsen – Die Festnahmen stehen offenbar im Zusammenhang mit gewerbsmäßigem Handel mit illegalen Drogen und Medikamenten im sogenannten Darknet.

Bei den Durchsuchungen am 4. Februar stießen die Ermittler auf 52.000 Tabletten verschreibungspflichtige Arzneimittel und diverse Betäubungsmittel, darunter rund zwei Kilogramm Amfetaminderivate, etwa 100 Gramm Ketamin und rund 300 Gramm Marihuana .Der Gruppierung wird zudem der unerlaubte Handel mit weiteren rund 15 Kilogramm Amfetamin zur Last gelegt.

Verkaufsplattform im versteckten Teil des Internet

Den Festnahmen waren umfangreiche Ermittlungen des Zollfahndungsamtes unter Leitung der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt vorausgegangen. Dabei wurde zeitweise auch die Poststelle in der Bad Arolser Rathausstraße von Zollfahndern in Zivil observiert.

Die mutmaßlichen Täter im Alter von 27 bis 29 Jahren stehen im Verdacht, verschreibungspflichtige Arzneimittel und verschiedene Arten von Betäubungsmitteln über Verkaufsplattformen im versteckten Teil des Internets, dem sogenannten Darknet, zum Kauf angeboten zu haben. Zu den verkauften Substanzen zählen verschreibungspflichtige Arzneimittel, die hauptsächlich wegen ihrer stark schmerzstillenden, angsthemmenden und entkrampfenden Wirkung in der Humanmedizin zum Einsatz kommen.

Umsatz wird auf 500.000 Euro geschätzt

Die unerlaubte Ware wurde auf dem Dachboden eines Beschuldigten gefunden. Weiterhin wurden bei den Durchsuchungen eine Schreckschusswaffe sowie mehrere Teleskopschlagstöcke sichergestellt.

Dass es sich bei den als sogenannte Vendoren (Verkäufer) bezeichneten Darknet-Dealern nicht um Gelegenheitstäter handelt, belegt nach Einschätzung der Zollfahndungsstelle der bislang ermittelte Mindestumsatz von über einer halben Million Euro .Das Amtsgericht Korbach ordnete inzwischen Untersuchungshaft für die vier Beschuldigten an. (Elmar Schulten)

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