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Vöhler Feuerwehren sind nicht nur bei Bränden im Einsatz

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 Bei einer gemeinsamen Jahreshauptversammlung zogen die Feuerwehren der Großgemeinde Vöhl Bilanz, auch Ehrungen standen auf der Tagesordnung.
Verdiente Brandschützer wurden bei der Jahreshauptversammlung der Vöhler Feuerwehren geehrt. © Astrid Rau

Die Freiwilligen Feuerwehren der Großgemeinde Vöhl haben sich nach drei Jahren wieder zu einer gemeinsamen Jahreshauptversammlung getroffen und Bilanz gezogen.

Vöhl – Wegen der coronabedingten Einschränkungen waren die Versammlungen in den letzten Jahren ausgefallen, so dass die Berichte der Verantwortlichen diesmal die Jahre 2019 bis 2021 umfassten.

Die Gemeindejugendfeuerwehrwartin Miriam Mehring erinnerte daran, wie 2019 noch mit „Wettbewerben, Zeltlagern, und Gruppenabenden normal verlief“ und wie in 2020 der Lockdown kam, der alles veränderte. Da die Kreisjugendfeuerwehr jeder Jugendgruppe einen eigenen Internet-Chatraum eingerichtet hatte, konnten sich die Jugendlichen wenigstens online treffen und so auch an Wettbewerben und am Kreisjugendfeuerwehrtag teilnehmen. Dieser Zustand dauerte bis in 2022 hinein an.

Vöhler Feuerwehren: Dank an Jugendwarte und Betreuer

Mittlerweile dürfe „wieder geübt werden, und zwar nicht online, sondern persönlich“, wie Mehring erfreut feststellte. Anfang Mai erlebten die gut 90 Nachwuchsfeuerwehrleute mit ihren Betreuern einen Ausflug inklusive eines Besuchs der Sommerrodelbahn am Edersee. Mehrung lobte „die superguten Leistung der Jugendwarte und Betreuer“ und betonte: „Ihr habt immer durchgehalten und Engagement gezeigt. Ihr seid spitze!“

Marleen Krummel berichtete aus den Kinderfeuerwehren. Noch 2019 erarbeiteten sich 17 Kinder eine Stufe des Kinderleistungsabzeichens „Tatze“. Außerdem halfen sie bei Umweltschutzaktionen und beim Probealarm mit. Dank der Kreativität der Gruppenleiter konnte auch 2020 „trotz des Übungsverbots die Themen der Kinderfeuerwehr“ weiter vermittelt werden, sagte Krummel. Dazu erhielten die Kinder Überraschungstüten mit Aufgaben und Präsenten nach Haus gebracht, auch wurde zu Online-Aktivitäten eingeladen. Trotz der Einschränkungen gab in 2021 wieder „häufiger Übungsabende in Präsenz“.

Vöhler Feuerwehren: Einsätze auch in Corona-Zeiten

Gemeindebrandinspektor Marco Amert erinnerte in seinem Bericht daran, wie 2019 vier Teams der Vöhler Wehren bei der Hessischen Feuerwehrleistungsübung dreimal Gold und einmal Silber erreichten. Ins selbe Jahr fielen in der Gemeinde 25 Einsätze bei Bränden, 67 bei Hilfeleistungen und 12 bei Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen an.

2020 fielen etliche Veranstaltungen aus. Die Feuerwehrleute wurden zu 16 Bränden, 43 Hilfeleistungen und 11 Brandmeldeanlagen-Alarmierungen gerufen; darunter war ein Brandeinsatz in Dorfitter mit Personengefährdung (F2Y) und ein Unfall mit eingeklemmter Person bei Hessenstein. Insgesamt besuchten die Wehrmitglieder 25 Lehrgänge.

2021 fanden auch bei den Erwachsenen die meisten Treffen und Sitzungen online statt. Im August 2021 spendeten die Vöhler Feuerwehren ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank an die Ahrtaler Gemeinde Rech. Zu Einsätzen rückten die Vöhler Wehren in 2021 zu 12 Bränden, 58 Hilfeleistungen und 6 Brandmeldeanlagen-Alarmierungen aus; insgesamt 51 Lehrgänge auf Kreis- bzw. Landesebene wurden besucht.

Vöhler Feuerwehren: Modernste Technik erhalten

Die 12 Mitglieder der Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung (UGöEL) lernten theoretisch und praktisch die Software „Fireboard“ zur EDV-gestützten Einsatzführung kennen. Im Katastrophenschutz hilft eine UGöEL dem Einsatzleiter bei Koordinierungsaufgaben.

Das 14 Personen starke Absturzsicherungsteam absolvierte zehn Übungen und hatte seinen ersten Einsatz im September 2019. Die Absturzsicherung (AbsturzS) sichert ihre Kameraden bei Einsätzen wie auf einsturzgefährdeten Dächern oder in großen Höhen. Weiter versehen in der Gemeinde Vöhl aktuell 200 Atemschutzträger verschiedener Qualifikationsstufen ihren Dienst. Im November 2019 wurden neue, umgebungsluftunabhängige Überdruck-Atemgeräte angeschafft, die achtmal zum Einsatz kamen.

An modernster Technik erhielten verschiedene Ortsteilfeuerwehren in den vergangenen Jahren zudem unter anderem Adalit-Handlampen, einen Stromgenerator nebst Beleuchtungssatz, eine Schleifkorbtrage (AbsturzS), einen Lüfter, Absturzsysteme Dönges TH-VU und Waldbrandausrüstungen.

Vöhler Feuerwehren: Mitgliederzahl gestiegen

Seit der letzten Jahreshauptversammlung vor drei Jahren zeichnete sich bei den Vöhler Feuerwehren eine positive Mitgliederentwicklung ab – trotz Corona, oder „vielleicht auch wegen Corona“, wie Gemeindebrandinspektor Marco Amert vermutete. Bei den Einsatzabteilungen gab es einen Zuwachs von plus 13 auf 283, bei der Jugendfeuerwehren plus 19 auf aktuell 122 und bei den Gruppen der Kinderfeuerwehr von plus 10 auf aktuell rund 60 Mitglieder.

Amert dankte allen Aktiven für „eure großartige Mitarbeit auch während des Lockdowns.“ Er hob das überdurchschnittliche Engagement der Feuerwehrleute hervor, die nicht nur in ständiger Alarmbereitschaft stehen, sondern auch großen Aufwand in ihre Ausbildung investieren: „Eure Freizeit für die Sicherheit eurer Mitbürger. Dafür, dass trotz coronabedingter, erheblicher Bürokratie die Ausbildung weitergehen konnte, dankte Amert insbesondere allen Verantwortlichen in den Wehren der Ortsteile.

Vöhler Feuerwehren: Ehrungen für treuen Dienst

Für 25 Jahre „aktiven und pflichttreuen Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr“ wurden mit dem Goldenen Brandschutzabzeichen am Bande ausgezeichnet: Mario Amert und Ralph Isling (Buchenberg), Timo Scheffel (Ederbringhausen), Christian Döhler (Marienhagen), Jens Dietzel (Obernburg), Daniel Pohlmann (Orke), Alexander Jelgin (Schmittlotheim) und Lars Herrendorf, Tobias Koch und Stefan Lippe (Thalitter).

Für 40 Jahre aktiven und pflichttreuen Feuerwehrdienst wurden mit dem Goldenen Brandschutzehrenabzeichen ausgezeichnet: Thomas Ruch und Hans-Jürgen Sauer (Asel), Martin Bärenfänger und Bernhard Markolf-Henry (Buchenberg), Axel Grossmann, Holger Dietzel, Eckhard Formella, Andreas Wilke und Jürgen Wolf (Dorfitter), Bernd Krauskopf (Ederbringhausen), Andreas Schöneweiß (Harbshausen), Rainer Stracke (Herzhausen), Martin Zarges und Martin Zarges (Kirchlotheim), Holger Dude und Norbert Scherf (Obernburg) und Jochen Schnautz (Thalitter). Die Goldene Sonderstufe des Brandschutzehrenzeichens wurde für 50 Jahre aktiven und pflichttreuen Feuerwehrdienst an Peter Schmidt aus Obernburg verliehen.

Vöhler Feuerwehren: Zahlreiche Beförderungen

Zu Feuerwehrfrauen bzw. Feuerwehrmännern befördert wurden Marleen Schnautz (Thalitter); Ulrike Schreiber und Verena Kalhöfer (Obernburg); Katharina Heiden und Josephine Kowalzyk (Herzhausen); Chiara Kalhöfer, Cristian Burduhos und Stefan Schäfer (Orke); Jan-Luca Bressler (Ederbringhausen); Malte Brussmann und Luis Koppe (Buchenberg); Wolfgang Oltmanns (Harbshausen); Felix Thiele (Herzhausen); Nick Arnold, Daniel Riede und Niklas Zarges (Kirchlotheim) und aus Marienhagen Nick Helfinger.

Zu Oberfeuerwehrleuten wurden befördert Alice Wilke und Jasmin Regenbogen (Dorfitter); Christiane Schäl, Carina Wenner-Stöwer, Jennifer Pilzner, Lukas Fisseler, Maximilian Schmahl und Piet Wagner (Marienhagen); Ann Kristin Brand (Schmittlotheim); Luisa Menzel, Patrick Jacob und Steffen Koch (Thalitter); Lukas Ziegler, Hendrik Groß, Nico Schöneweiß und Karuna Eckel (Orke); Steffen Gardlowski und Nico Drommershausen (Basdorf); Mario Heiden und Matthias Wilke (Herzhausen); Jaron Wrage und René Schäfer (Asel); Andre Ziegler, Norman Krauskopf und Nils Huwald (Ederbringhausen); Mattis Wiesemann und Nils-Frederic Wiesemann (Obernburg) und aus Kirchlotheim Jannik Reichl.

Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Großgemeinde Vöhl wurden auch zahlreiche Brandschützer geehrt und befördert.
Beförderungen: (von links) Bürgermeister Karsten Kahlhöfer, der neue Hauptbrandmeister Heiko Schäl, der neue Oberbrandmeister Sven Pohler und Gemeindebrandinspektor Marco Amert. © Astrid Rau

Die Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann erhielten Manuel Paland (Herzhausen); David Brosius (Buchenberg); Kersten Fiedler (Schmittlotheim); Stefan Lippe (Thalitter) und Steffen Heinemann (Orke). Löschmeistern wurden Philipp Müller (Vöhl), Christian Döhler und Martin Wenner (Marienhagen) und Henning Göbeler (Basdorf). Zu Oberlöschmeister wurden befördert Manuel Pabst (Herzhausen), Manuel Schengel (Vöhl) und Mick Arnold aus Kirchlotheim. In den Rang eines Brandmeisters wurden erhoben Dano Reinke (Dorfitter); Jan-Kristof Homan und Michael Gressler (Herzhausen); Sebastian Bönisch (Vöhl); Bernd Wiesemann (Marienhagen); Norbert Scherf (Obernburg), sowie Marvin Zölzer und Lena Knoche aus Schmittlotheim. Sven Pohler aus Dorfitter wurde Oberbrandmeister, der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Heiko Schäl aus Marienhagen Hauptbrandmeister.

Bei den Hessischen Feuerwehrleistungsübungen auf Kreisebene haben diese Feuerwehrleute das Hessische Leistungsabzeichen erworben: Verena Kalhöfer (Eisen), Mattis Wiesemann (Bronze), Torben Scherf (Silber) und Marleen Krummel und Jan-Hendrik Klein (beide Gold 5), alle aus Obernburg. (Astrid Rau)

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