Mehr Wasser über längeren Zeitraum

Vöhler Fraktionen unterstützen Edertaler Resolution für sparsamere Edersee-Bewirtschaftung

Vor allem bei Herzhausen ist der Edersee oft kaum gefüllt.
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Vor allem bei Herzhausen ist der Edersee oft kaum gefüllt. Das könnte sich durch die großen Mengen an Schnee in diesem Jahr ändern.

Die Fraktionen der Vöhler Gemeindevertretung werden sich der Resolution Edertals für eine sparsamere Edersee-Bewirtschaftung anschließen und dies in der nächsten Sitzung des Parlaments Anfang März offiziell beschließen, das teilten sie der WLZ in einer gemeinsamen Stellungnahme mit.

Vöhl – Volker König (SPD) betont darin: „Die Kommunen am Edersee leben ganz wesentlich vom Tourismus, der See ist und bleibt unser Zugpferd.“ Er begrüße, dass gerade jetzt der Wasserstand wieder zum Thema geworden sei und dass eine gemeinsame Haltung der vier Kommunen der künftigen Erlebnisregion Edersee erreicht wäre.

Gertmann Sude (CDU) ergänzt: „Es hat geschneit und geregnet, auch in den nächsten Wochen rechnen wir mit Niederschlägen. Das Wasser vom Rothaargebirge bis ins Ederbergland fließt in den See und er füllt sich langsam.“ Auch die Weser habe derzeit reichlich Wasser. Die Schneemassen früherer Jahre, mit den daraus resultierenden Tauwassermassen, gebe es nur noch selten. Insofern könne man bereits jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass am 1. Mai Vollstau erreicht werde und es vielleicht auch wieder einen Überlauf gebe.

Jochen Dohl (Freie Wähler) kritisiert, dass die bisherige Wasserbewirtschaftung zu einem leeren See, gerade in der Sommersaison, geführt habe. Arbeitsplätze seien gefährdet und wirtschaftliche Schäden bei tourismusabhängigen Betrieben verursacht worden.

Heinrich Heidel (FDP) zeigt sich ebenfalls erfreut über die erneute Diskussion bezüglich des Wasserstands. Vöhl sei stets als erste Anrainergemeinde betroffen: „Gäste, die nach Herzhausen, Harbshausen oder Asel kommen, erwarten für ihren Urlaub am Edersee auch Wasser, ebenso wie die Besucher der Jugendherberge und der Sportjugend für ihre Aktivitäten.“ Die Flora und das interessante Edersee-Atlantis würden zwar Tagesbesucher anlocken, aber nicht zu einem längeren Aufenthalt veranlassen. Daher sei ein Edersee mit Wasser bis Herzhausen, besonders während der Sommerferien, wichtig, um die touristischen Betriebe in der Gemeinde zu stärken.

Susanne Kubat (Grünen) schließt sich dem an: „Besonders am Beginn des Sees, bei Herzhausen, leidet die Tourismus-Branche erheblich unter dem viel zu früh schwindenden Wasser. Baden, Kanufahren, Fischen und Personenschifffahrt sind dann nicht mehr möglich, Geruchsbelästigungen kommen hinzu. Das muss sich endlich verbessern.“

Auch Berthold Halberstadt (Linke) wird der vorgesehenen Resolution zustimmen.

Von Mai bis Mitte August ein voller See, die Vöhler Gemeindevertreter halten diese Forderung nicht für übertrieben und begrüßen die Initiativen von Politikern verschiedener Parteien in den letzten Wochen, insbesondere auch des Landrats, die sich für eine Erneuerung der Bewirtschaftungsrichtlinien des Ederseewassers einsetzen. (red)

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