„Investitionsstau“ entgegenwirken

Vöhler Gemeinde-Haushalt 2021: Trotz Corona-Pandemie mit Überschuss

Vöhler Haushalt 2021.
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Der Vöhler Haushalt des Jahres 2021 wurde eingebracht.

Der Vöhler Haushaltsentwurf 2021 weist einen Überschuss in Höhe von 115 260 Euro auf.

Vöhl – Damit kann der Anfang 2020 eingeschlagene Weg einer nachhaltigen Entwicklung der Gemeinde auch in diesem Jahr fortgesetzt werden, bekräftigte der Vöhler Bürgermeister Karsten Kalhöfer in seiner Rede zur Haushaltseinbringung, die am Montagabend erstmals in Form einer Videokonferenz stattfand.

Eine besondere Vorgehensweise, aber aus Sicht des Ältestenrats ein notwendiger Schritt, um den Gemeindevertretern den Entwurf vorstellen zu können, ohne sie in einer Präsenzsitzung einem erhöhten Infektionsrisiko auszusetzen.

Auch die Aufstellung des Haushalts lief aufgrund der Corona-Pandemie erschwert ab, wie der Bürgermeister berichtete. „Die negativen Auswirkungen der Pandemie sind weder überschaubar, noch in irgendeiner Form abschätzbar“, so Kalhöfer, „sicher ist allerdings schon heute, dass sie auf die kommunalen Haushalte über Jahre hinweg spürbar bleiben werden.“

Deshalb sei der Haushaltsplan insbesondere auf der Einnahmenseite mit einigen Unsicherheiten behaftet, weil die Pandemie auch weiterhin andauere.

Trotz der schwierigen Bedingungen sagte er: „Ich bin der Meinung, dass es uns gelungen ist, einen ausgewogenen und tragfähigen Haushalt zu präsentieren, der den Bedürfnissen und Anforderungen unserer Gemeinde und denen der Bürger gerecht wird.“

Damit sollte es aus seiner Sicht gelingen, den Kurs fortzusetzen und dem über die Jahre entstandenen Investitionsbedarf Schritt für Schritt entgegenzuwirken. „Es besteht ein gewaltiger Modernisierungs-, Sanierungs- und Investitionsstau“, betonte der Bürgermeister, vor allem im Abwasserbereich (wir berichteten). Gerade in Krisenzeiten wie diesen sei es wichtig, dass die öffentliche Hand Investitionsmaßnahmen nicht zurückstelle, sondern ganz bewusst vorantreibe, um so als Motor der Konjunktur zu fungieren.

Keine erneute Steuererhöhung

Nachdem im vergangenen Jahr die Grundsteuern angehoben wurden, hatte Kalhöfer zudem das Ziel, dass die Bürgerinnen und Bürger in 2021 nicht zusätzlich belastet werden. Gerade aufgrund der Corona-Krise und der für viele Menschen angespannten, finanziellen Situation, sei es ihm ein besonderes Anliegen gewesen, einen Haushaltsentwurf vorzulegen, der ohne eine Anhebung der Realsteuern auskommt. Damit möchte Bürgermeister Kalhöfer nach eigenen Worten ein positives Signal senden.

Feuerwehrhaus und Kläranlage sind Großprojekte

Potenzielle Fördermittel nutzen – Der Vöhler Bürgermeister Karsten Kalhöfer betonte dieses Thema schon im Wahlkampf. Hohe Förderquoten finden sich auch in einigen Projekten für das Jahr 2021 wieder.

Durch den Beschluss zum Neubau des Feuerwehrhauses in Buchenberg und der Gründung der Vöhler Abwasser GmbH mit der Verbands-Energie-Werk GmbH (VEW), wurden im vergangenen Jahr die Grundlagen für zwei Großprojekte gelegt. Hierfür plane die Gemeinde Mittel in Höhe von 1,16 Millionen Euro für das Feuerwehrhaus, wobei mit einer Förderquote von 56,5 Prozent gerechnet wird. Für den Kläranlagenbau gebe es noch keine konkrete Kostenermittlung, vorläufig wurden jedoch als Gesamtkosten ungefähr 4,5 Millionen Euro eingestellt. Auch dabei sei man bestrebt, Fördermittel zu nutzen.

Weitere Investitionsmittel fließen in die notwendigen Sanierungen und Neubauten von Brücken im Gemeindegebiet. Größtes Projekt dabei ist die Orke-Brücke in Ederbringhausen mit Baukosten in Höhe von 465 000 Euro. Eine Bezuschussung in Höhe von 50 bis 60 Prozent der Kosten wurde hierbei in Aussicht gestellt.

Auch die Herstellung der Barrierefreiheit an Bushaltestellen wird Thema sein. Für das Jahr 2021 seien zunächst 50 000 Euro Planungskosten vorgesehen. Außerdem soll die Gemeinde digitaler und das Klima geschützt werden.

Gut gerüstet ist Vöhl im Bereich Tourismus. „Es freut mich sehr, dass die Edersee-Anrainer-Kommunen seit Beginn des Jahres endlich wieder alle in einer gemeinsamen Marketing Gesellschaft vertreten sind“, betonte Kalhöfer. Der jährliche Betriebskostenzuschuss belaufe sich auf 175 000 Euro. In diesem Zusammenhang schlägt der Bürgermeister vor, dass die zukünftige Gemeindevertretung eine Entscheidung bezüglich einer Tourismusabgabe oder Tourismussteuer herbeiführt. Dadurch könnten Einnahmen generiert werden, die nicht die Bürger finanziell belasten, sondern die von den Touristen als Gegenleistung für das Vorhalten entsprechender Infrastruktur erbracht werden. (red/sk)

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