Viele Übereinstimmungen

Vöhler Politik mit Ampel-Koalition: SPD, Grüne und FDP beschließen Zusammenarbeit

(von links) Heinrich Heidel und Karl-Friedrich Wilke (beide FDP), Volker König (SPD), Susanne Kubat (Grüne), Karl-Heinz Stadtler (SPD) und Sven Lorenz (Grüne).
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Beschlossene Sache: In Vöhl entsteht eine Koalition. Über gelungene Gespräche freuen sich (von links) Heinrich Heidel und Karl-Friedrich Wilke (beide FDP), Volker König (SPD), Susanne Kubat (Grüne), Karl-Heinz Stadtler (SPD) und Sven Lorenz (Grüne).

„Rot, Gelb, Grün“ oder auch „Ampel-Koalition“ – nach Jahren ohne Bündnis werden in Vöhl fortan drei Fraktionen zusammenarbeiten.

Vöhl – Als stärkste Partei der vergangenen Kommunalwahl hat sich die SPD mit den beiden Gewinnern zusammengeschlossen. Gemeinsam mit den Grünen und der FDP kommen die Sozialdemokraten auf 17 Sitze, was bei 31 Plätzen in der Vöhler Gemeindevertretung eine Mehrheit darstellt.

„Es war unser Wunsch, eine Koalition aufzubauen, deshalb haben wir nach der Wahl mit allen Parteien gesprochen“, berichtet Volker König, Fraktionsvorsitzender der SPD. Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender des Ortsverbandes, ergänzt: „Nun war es wieder an der Zeit, ein Bündnis einzugehen.“

Dies liege vor allem daran, dass Sitzungen in der vergangenen Legislaturperiode häufig nicht zufriedenstellend abliefen. „Sehr lange Debatten und viele Änderungsanträge haben dazu geführt, dass nicht immer gute Ergebnisse erzielt wurden“, so Stadtler, „Kompromisse finden ist sehr wichtig, aber wenn diese nicht nach vorne führen, ist das ein Problem.“

In der neuen Dreier-Konstellation habe man nun das Ziel, die Gemeinde entscheidend weiterzubringen. „Das können wir in dieser Koalition schaffen“, betont König, „wir haben gute Gespräche geführt, die Übereinstimmungen waren groß.“

Daher seien alle Beteiligten motiviert, teilt Stadtler mit. Die zusätzliche Arbeit sei man bereit anzunehmen. „Wir möchten mit guter Politik erfolgreich sein“, fügt er hinzu.

Das bestätigt auch Sven Lorenz von den Grünen: „Wir haben uns die Frage gestellt, ob wir in der Koalition untergehen werden, die klare Antwort war: ,Nein’. Wir finden uns in dem Vertrag wieder.“ Die Fraktionsvorsitzende Susanne Kubat ergänzt: „Wir als Grüne sind sehr froh, dass wir mitregieren und mitgestalten dürfen.“ So könne man sich weiter Richtung Ökogemeinde entwickeln. Die Koalition sei eine Stufe der Verlässlichkeit.

„Mit einer klaren Sachpolitik möchten wir Antworten finden. Dabei geht es natürlich um den Klimawandel, aber beispielsweise auch um die Frage, wie es mit der Wirtschaft nach der Corona-Pandemie weitergeht“, betont Lorenz. Der 41 Punkte umfassende Vertrag, der in Zusammenarbeit aufgestellt wurde, sei dahingehend ein ambitioniertes und gelungenes Werk, so Susanne Kubat.

Von großen Aufgaben auf der einen, aber auch vielen Chancen auf der anderen Seite spricht Heinrich Heidel, Fraktionschef der FDP. Er thematisiert die Diskussionen um Wasser und Abwasser, aber auch um den Straßenbau. Demgegenüber stellt er die gute zentrale Lage im Landkreis mit Edersee und Nationalparkzentrum. Er betont: „Gerade diese Möglichkeiten gilt es zu nutzen. Ich bin mir sicher, dass wir einen Schritt nach vorne machen werden.“

Davon ist auch Karl-Heinz Stadtler überzeugt: „Wir werden gute Lösungen für die Gemeinde finden.“ „Diese sollen vor allem auch sozialverträglich sein“, bekräftigt Volker König.

Eines ist Heidel besonders wichtig. „Als Koalition haben wir nicht vor, gegen die anderen Fraktionen zu arbeiten“, so der FDP-Politiker. Auch bei diesen Parteien seien in Gesprächen Übereinstimmungen deutlich geworden, äußert sich König zustimmend.

Doch nicht nur mit den weiteren Fraktionen strebe man eine gute Zusammenarbeit an, sondern auch mit dem Bürgermeister Karsten Kalhöfer und den Ortsbeiräten. Auch die Bürgerinnen und Bürger sollen in die Kommunalpolitik miteinbezogen werden.

„Eine gute Mischung“

Das alles bewältigen möchte die Koalition mit einer „guten Mischung“ an erfahrenen und jungen Kommunalpolitikern. Man freue sich, dass in allen Gruppierungen auch neue, engagierte Mitglieder aktiv sind. „Sie bringen sich sehr gut ein“, teilt König mit. „Wir haben vor, sie an die Verantwortungen heranzuführen“, erklärt Stadtler, auch mit Blick auf die Perspektive der Gemeinde Vöhl.

Ein gemeinsamer Vorschlag der drei Parteien sieht für die Zukunft unter anderem vor, dass Susanne Kubat Erste Beigeordnete und Bernd Backhaus Vorsitzender der Gemeindevertretung werden sollen. (sk)

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