Bienenfresser gesichtet

Vogel-Sensation in Dodenau: Ornithologen sind begeistert

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Dieser Bienenfresser wurde am Montag von Uwe Weiß in Dodenau fotografiert. 

Bunte Bienenfresser wurden in Dodenau beobachtet. Die seltene Vogelart wurde erstmals in einem Frankenberger Ortsteil entdeckt.

  • 15 bis 20 Bienenfresser in Dodenau gesehen
  • Die bunte Vogelart erstmals im Kreisteil Frankenberg gesehen
  • Ornithologen sind begeistert

Dodenau - Als eine echte Sensation bezeichneten erfahrene Ornithologen (Vogelkundler) eine Beobachtung, die Uwe Weiß am 11. Mai in Dodenau aus seinem Wohnzimmerfenster gemacht hat. Weiß entdeckte vor seinem Fenster eine Gruppe von 15 bis 20 Bienenfressern, eine Wärme liebende, ausgesprochen bunte Vogelart in der Größe eines schlanken Stares.

Seltene Gäste

Dieses in Rumänien fotografierten Bienenfresser gehören zu den schönsten Vögeln in unserer Vogelwelt.

Uwe Weiß konnte die Bienenfresser etwa eine halbe Stunde lang beobachten und auch mit einem Teleobjektiv fotografieren. „Einmal saßen sogar drei Bienenfresser dicht nebeneinander auf einem Ast“, berichtet er. Dabei beobachtete er die seltenen Gäste vor seinem Fenster auch bei der Jagd: Einer hielt einmal einen Käfer als Beute in seinem Schnabel. Als dann jedoch Elstern erschienen, war das seltene Naturschauspiel sofort beendet.

Super-Beobachtung

Erstmals wurden damit im Kreisteil Frankenberg Bienenfresser beobachtet und fotografisch dokumentiert. Dieses Ereignis bezeichnete der junge Ornithologe Michael Wimbauer aus Hundsdorf als eine „Super-Beobachtung”. Er selbst hatte 2019 an den Kiesbaggerteichen zwischen Mehlen und Giflitz im unteren Edertal kurz jeweils nur einen Bienenfresser beobachten können. Diese waren die ersten Bienenfresser, die jemals im Kreis beobachtet wurden.

Merops apiaster

Bienenfresser mit dem wissenschaftlichen Namen „Merops apiaster“ lieben wärmere Regionen in Deutschland wie den Kaiserstuhl im Oberrheintalgraben.

Die kalten Tage der „Eisheiligen” dieses Jahres mit ihrem drastischen Temperatursturz könnten nach Auffassung des NABU-Kreisvorsitzenden Heinz-Günther Schneider (Laisa) diese relativ große Gruppe von Bienenfressern zu dem spektakulären Stopp in Dodenau veranlasst haben. Schneider vermutet, dass sie in ihr Brutgebiet am Salziger See bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt, dem nördlichsten Bienenfresser-Vorkommen in Europa, ziehen wollten. Vielleicht wollten die Zugvögel aber auch nur in den benachbarten Schwalm-Eder-Kreis, wo es seit Jahren auch ein Vorkommen gibt.

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