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Vogelgrippe in Waldeck-Frankenberg: Verschärfte Regeln für Geflügel

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Von: Jörg Paulus

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Geflügelpest
Symbolbild © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Wegen der Vogelgrippe gelten in Waldeck-Frankenberg ab dem 13. Dezember 2022 strengere Regeln für Geflügelhalter und ihre Tiere.

Waldeck-Frankenberg – Nach den Vogelgrippe-Fällen in zwei Geflügelzuchtbetrieben in Waldeck-Frankenberg hat der Landkreis eine Allgemeinverfügung erlassen, „um die Vogel- und Geflügelpopulation in Waldeck-Frankenberg zu schützen“, wie es in der Pressemitteilung von Montagabend heißt. Die Verfügung tritt am Dienstag, 13. Dezember, in Kraft und regelt weitere Schutzmaßnahmen.

Nachdem auf den beiden Höfen in Schmittlotheim und Haubern Tiere positiv auf das Vogelgrippe-Virus getestet worden waren, wurden dort am Samstag alle 130 Tiere eingeschläfert. Nun wurden um den Betrieb in Schmittlotheim herum eine Überwachungszone in einem Radius von zehn Kilometern und eine Schutzzone von drei Kilometern gezogen, informierte die Kreisverwaltung am Montag.

Rund um den Geflügelzucht-Betrieb in Schmittlotheim gelten für Geflügelhalter ab heute unter anderem folgende Regeln: Innerhalb der Überwachungszone (10-km-Radius):

In der Schutzzone in dem noch engeren 3-km-Radius gelten zusätzlich zu den Bestimmungen in der Überwachungszone weitere Regelungen – unter anderem:

Um den Betrieb in Haubern herum konnte der Landkreis nach eigenen Angaben auf eine Allgemeinverfügung in dieser Form verzichten, da laut EU-Recht nach einem Ausbruch in einer privaten Kleinsthaltung, wie es dort der Fall gewesen sei, auf Einschränkungen dieser Art verzichtet werden dürfe. Aber auch dort werde Geflügelhaltern im Umkreis empfohlen, ihre Tiere aufmerksam zu beobachten und besonders wachsam für Krankheitssymptome zu sein.

„Grundsätzlich rufen wir alle Halter von Vögeln und Geflügel auf, sich die Bestimmungen der Allgemeinverfügung detailliert anzusehen, um festzustellen, welche genauen Regelungen für die eigene Haltung gelten“, sagt die Leiterin des Veterinäramtes, Dr. Anke Zwolinski. Die komplette Allgemeinverfügung ist hier online zu finden. Bei Fragen stehe der Fachdienst unter 06451/743753 zur Verfügung.

Landkreis: Vogelgrippe ist ernsthafte Bedrohung

„Fälle wie die aktuellen in Waldeck-Frankenberg oder im Herbst im Landkreis Gießen, wo 8500 Tiere getötet werden mussten, zeigen, dass die Vogelgrippe auch in diesem Jahr wieder bundesweit gegenwärtig ist und eine ernsthafte Bedrohung für die Vogel- und Geflügelpopulation darstellt“, schreibt der Landkreis. „Neben der Ansteckungsgefahr auf Geflügelausstellungen wie es bei den aktuellen Fällen höchstwahrscheinlich geschehen ist, stellen insbesondere infizierte Wildvögel ein erhöhtes Ansteckungsrisiko dar.“

Um das Risiko von Ausbrüchen in Geflügelbeständen zu minimieren, appelliere das Veterinäramt daher nochmals an alle Geflügelhaltenden im gesamten Landkreis, die geltenden Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor dem Eintrag des Virus strikt einzuhalten – und gegebenenfalls zu optimieren. Zudem sollten sich alle Geflügelhalter, die es bisher versäumt haben, sich unverzüglich beim Landkreis anmelden – unabhängig davon wie viele Tiere sie besitzen. Auch bei der Hessischen Tierseuchenkasse müssten sie registriert werden.

Hintergrund: Geflügelpest (Vogelgrippe)

Bei der Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, handelt es sich um eine schwer verlaufende Form der Aviären Influenza (AI) bei Geflügel und anderen Vögeln. Das hochansteckende Virus ist laut Veterinäramt sehr leicht übertragbar, so dass es sich schnell über größere Gebiete ausbreiten kann. Kranke Tiere scheiden den Erreger mit Kot, Schleim oder Flüssigkeiten aus.

Bei direktem Kontakt stecken sich andere Tiere durch Einatmen oder Aufpicken von virushaltigem Material an. Weiterhin kann eine Übertragung auch durch kontaminierte Gegenstände wie Fahrzeuge, Geräte, Schuhsohlen oder Verpackungsmaterial geschehen. Die Geflügelpest kann bislang nicht behandelt werden.

Laut Robert-Koch-Institut sind in Deutschland bisher keine Erkrankungen bei Menschen mit AI-Viren bekannt. Trotzdem sollte man grundsätzlich den Kontakt zu kranken oder verendeten Wildvögeln meiden und deren Auffinden an den Landkreis melden, schreibt der Kreis in seiner Pressemitteilung.

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