Vogelgrippe: Ab jetzt gilt für alle Stallpflicht

Scharfe Sicherheitsregeln: Stallpflicht gilt jetzt für alle. Foto: dpa

Waldeck-Frankenberg. Das Hessische Umweltministerium hat eine landesweite Stallpflicht für Geflügel angeordnet. Wir erklären, was das für Geflügelhalter bedeutet.

In Waldeck-Frankenberg galten bisher nur für die Geflügelhalter im Sperr- und Beobachtungsbezirk rund um den Twistesee sowie im Risikogebiet rund um den Edersee besondere Sicherheitsregeln. Außerdem hat das Bundeslandwirtschaftsministerium eine einheitliche Eilverordnung für Biosicherheit erlassen, die sich besonders an Hobby-Halter richtet.

? Für wen gelten diese Regeln?

!Von der Aufstallung und der Eilverordnung sind Geflügelhalter jeglicher Art betroffen. Der Leiter des Fachdienstes Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen des Landkreis Waldeck-Frankenberg, Dr. Martin Rintelen, erklärt aber: „Die Eilverordnung zielt auf kleinere Haltungen unter 100 Tieren ab, da für größere Betriebe ohnehin schärfere Hygieneschutzregeln gelten.“

? Was heißt das konkret für Geflügelhalter?

!Der Landkreis erklärt: Jeder Geflügelhalter muss nach der Verordnung ab sofort ein Bestandsregister führen, in dem an jedem Werktag die Anzahl verendeter Tiere dokumentiert wird. Darüber hinaus müssen Halter mit mehr als zehn Hühnern zusätzlich die Gesamtzahl der an jedem Werktag gelegten Eier in das Register eintragen. Außerdem gilt: Die Ställe müssen gegen unbefugten Zutritt geschützt werden. Auch betriebsfremde Personen dürfen die Ställe nur mit Schutzkleidung betreten, die anschließend entweder gereinigt und desinfiziert oder entsorgt werden muss. Weiterhin muss der Tierhalter Einrichtungen zum Händewaschen und Desinfizieren der Schuhe vorhalten.

? Was passiert, wenn ich nicht die Möglichkeit habe, meine Tiere komplett und über längere Zeit im Stall zu halten?

!Bei der Stallpflicht gibt es laut Umweltministerium Ausnahmegenehmigungen. Dabei liegt es im Ermessen des Veterinäramts, in begründeten Einzelfällen und nach Risikobewertung zu entscheiden. In diesen Fällen müssen Alternativen gefunden werden, um den Kontakt zwischen Nutzgeflügel und Wildvögeln zu verhindern. Das kann zum Beispiel mittels einer Überdachung der Futterstellen oder der Tränken passieren.

?Was ist, wenn ich meine Tiere noch nicht registriert habe?

! Das Veterinäramt des Kreises weist darauf hin, dass Geflügelhalter, die sich noch nicht als solche beim Landkreis angemeldet haben, dies schleunigst nachholen sollten. Formulare zur Registrierung einer Nutztierhaltung gibt es auf der Homepage des Landkreises unter www.landkreis-waldeck-frankenberg.de.

? Was mache ich, wenn ich einen toten Vogel finde?

!Das Umweltministerium empfiehlt: Das zuständige Veterinärsamt sollte umgehend kontaktiert werden. Die eingesammelten Tiere werden dann dem Hessischen Landeslabor zur weiteren Untersuchung überstellt. Auch wenn nach aktuellem Kenntnisstand das derzeit kursierende Virus für den Menschen keine Gefahr darstellt, sollten Vogelkadaver schon aus allgemeinen hygienischen Gründen nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Auch Hunde sollten von den Tierkörpern nach Möglichkeit ferngehalten werden.

Kontakt Fachdienst Veterinärwesen: 06451/ 743753

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