Nach dem coronabedingten Besuchsverbot:

Neue Besuchsregelung: Kliniken in Waldeck-Frankenberg berichten von Akzeptanz bis Aggression bei den Besuchern

Der Eingangsbereich des Kreiskrankenhauses in Frankenberg.
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Der Eingangsbereich des Kreiskrankenhauses in Frankenberg.

Das coronabedingte Besuchsverbot in Krankenhäusern ist gelockert. Von Akzeptanz bis Aggression reicht die Resonanz bei den Besucher, schildern Kliniken in Waldeck-Frankenberg.

Mitte Juli hat das Land Hessen die coronabedingten Besuchsverbote in Kliniken gelockert. Besuche am Krankenbett sind wieder möglich – allerdings mit Beschränkungen. Im Großen und Ganzen halten sich die Besucher und Patienten an die neuen Regelungen, teilen Krankenhäuser im Landkreis auf Anfrage mit. Aber sie berichten auch von Aggression und Unmut.

„Grundsätzlich sind die Besucher und Patienten sehr froh und dankbar, dass überhaupt gelockert wurde“, sagt zum Beispiel Nicole Dietz von den Asklepios-Kliniken Bad Wildungen. Kathy Mehler, Pflegedirektorin des Krankenhauses Bad Arolsen, ergänzt: „Auch wenn wir bestmöglich telefonische Kontakte hergestellt haben, ist der persönliche Kontakt für die Genesung immens wichtig.“

Patienten können seit 15. Juli in den ersten sechs Tagen ihres Krankenhausaufenthaltes zwei Mal Besuch von bis zu zwei Personen empfangen. „Leider gibt es einige Besucher, die mit dieser Regelung, die vom Land Hessen kommt, unzufrieden sind und dieses auch zum Ausdruck bringen“, schildert Tanja Jostes vom Stadtkrankenhaus Korbach. „Es kommt immer wieder vor, dass Besucher vor uns stehen, obwohl der Patient schon zwei Besuche hatte. Diese Regelung ist schwer vermittelbar“, sagt auch Nicole Dietz von den Asklepios-Kliniken.

Der Anteil der Besucher, die ungeduldig werden, nimmt ihrer Schilderung nach zu. „Die Reizschwelle ist niedriger, diejenigen die ihren Unmut äußern, werden schneller aggressiv gegenüber Wachdienst und Rezeptionsmitarbeitern.“

Diese Tendenz beschreibt auch Julia Weiss vom Kreiskrankenhaus Frankenberg: „Manche Besucher halten die Maßnahmen für übertrieben, was aber ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt. Patienten im Krankenhaus benötigen unseren besonderen Schutz: Zusätzliche Infektionen, wie zum Beispiel durch das Coronavirus, können zu schweren Krankheitsverläufen führen.“

Besucher müssen am Eingang Formulare ausfüllen sowie Maskenpflicht, Abstandsgebote, Händedesinfektion einhalten. Auch für die Kliniken ist der „administrative und organisatorische Aufwand hoch“, wie die Kreisklinik betont. Es wurde eigens ein Anmeldebereich für Besucher geschaffen. „Er dient dem Schutz der Patienten und Mitarbeiter und soll sicherstellen, dass im Fall einer Infektion Kontaktpersonen zweifelsfrei identifiziert werden können.

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