Ansichten des gebürtigen Rheinländers Manfred Rummel

Von der Faszination des Karnevals – auch in Waldeck-Frankenberg

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Kommt stets mit einem Köfferchen daher: Manfred Rummel aus Korbach verkörpert im Waldecker Karneval den „Rheinischen Jung“. 

Korbach. Auf die Frage, ob er Menschen verstehen könne, die nichts für Karneval übrige haben, antwortet Manfred Rummel diplomatisch: „Ich respektiere die Leute natürlich“, sagt er mit einem Lächeln. Es sei aber schon merkwürdig, wenn Menschen extra vor dem Karneval flüchteten.

„Da fahren manche stattdessen lieber in den Skiurlaub. Doch dort singen und tanzen sie beim Après-Ski dann auch zu Schlagern und Stimmungs-Hits.“ So groß sei der Unterschied zum Karneval dann auch wieder nicht.

Manfred Rummel kommt gebürtig aus Düren, das zwischen Köln und Aachen liegt. Seit 1993 lebt und arbeitet der 74-Jährige in Korbach. Viele kennen ihn auch als „Rheinischen Jung“, der stimmungsvolle Auftritte beim Kolping-Karneval hinlegt. Seine Büttenreden sind legendär. Manfred Rummel liebt es, den Karneval in Waldeck jedes Jahr aufs Neue zu bereichern. „Bei mir selbst kommen dann auch immer heimatliche Gefühle hoch“, sagt der Karnevalist.

Das Besondere an den Rheinländern sei eben, dass sie sich quasi auf Knopfdruck dem närrischen Treiben hingeben können. „Schon ab dem 11.11. geht die Stimmung kontinuierlich nach oben und die Vorfreude auf Karneval ist bei allen zu spüren“, sagt er. In Waldeck sei das zwar nicht so, da gehe erst kurz vor Weiberfasching und natürlich auch während der närrischen Tage die Post ab. Zuletzt seien die Karnevalsveranstaltungen auch weniger geworden. „Das ist aber nicht so schlimm, wir sind hier ja schließlich nicht im Rheinland. Mir machen die Auftritte trotzdem immer großen Spaß“, sagt der 74-Jährige.

Auch wenn der Karneval in den Hochburgen wie Köln, Düsseldorf und Mainz traditionell andere Ausmaße hat, fühlt sich Manfred Rummel sehr wohl in Korbach. „Das schöne am Karneval ist, dass man immer wieder in eine andere Rolle schlüpfen kann – wie in die des „Rheinischen Jung“, den ich ja schon seit längerer Zeit verkörpere. Auch die Musik und die tolle Stimmung reißen einen richtig mit. Man kann ausgelassen feiern“, sagt er.

„Gleichzeitig geht es in den Büttenreden oft auch um politische Themen, die mit viel Witz und Ironie angesprochen und vor dem Publikum ausgebreitet werden.“ Karneval sei eben auch eine „ernsthafte Angelegenheit“.

Lustig sein und Spaß haben geht laut Manfred Rummel im Übrigen auch ohne Alkohol. „Natürlich trinkt man bei den Sitzungen auch das eine oder andere Gläschen. Doch das steht nicht im Vordergrund. Vielmehr ist es das umfangreiche Programm, bei dessen Gestaltung sich die Vereine und Gruppen, die jedes Jahr den Karneval ausrichten, immer sehr viel Mühe geben.“

Von Philipp Daum

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