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Vorarbeit für „ehrliche Null“: Klimaverein Waldeck-Frankenberg bereitet CO2-Startbilanz vor

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Von: Martina Biedenbach

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Ederseeschule in Herzhausen
Ederseeschule in Herzhausen: Dort soll eine Nahwärmezentrale entstehen. Auch Häuser im angrenzenden Wohngebiet sollen bei Bedarf von dem Nahwärmenetz erschlossen werden. © Philipp Daum

Die Schaffung eines Neubaugebiets mit autarker Energieversorgung in Waldeck sowie ein Nahwärmenetz für die Ederseeschule und angrenzende Wohnhäuser in Herzhausen: Das sind zwei konkrete Projekte, die mit Unterstützung des Vereins Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg umgesetzt werden sollen.

Waldeck-Frankenberg – Wie berichtet, hat der im Oktober 2021 auf Initiative des Allendorfer Heiz- und Klimatechnik-Unternehmens Viessmann und des Landkreises gegründete Verein das Ziel, dass Waldeck-Frankenberg bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein soll. Dafür ist umfangreiche Vorarbeit nötig. „Es soll zunächst ermittelt werden, wie viel klimaschädliches CO2 derzeit in die Umwelt gelangt. Das soll mittels einer Startbilanz geschehen“, informiert Tim Oberlies auf Anfrage.

Der Geschäftsführer des Klimavereins arbeitet dabei eng mit dem Landkreis zusammen. Gemeinsam mit der Landes-Energie-Agentur unterstützen die Akteure Kommunen und Unternehmen bei der Einführung einheitlicher Software-Programme zur Erfassung des CO2-Ausstoßes. „Das ist ein komplexer Abstimmungsprozess“, sagt Oberlies. Ein Resultat: Alle 22 Kommunen übernehmen die Bilanzierungssystematik Kommunal (BISKO). Das Land zahlt die Kosten für die Software-Programme. „Das funktioniert ähnlich wie bei einer Steuererklärung. Die Kommunen geben in diese Systematik kontinuierlich ihre Daten ein“, erläutert Oberlies.

In den jährlichen Bilanzen soll dann nachweisbar festgestellt werden, wie viel CO2 tatsächlich eingespart wurde und wann die Null-Emission erreicht ist. „Dafür braucht es feste Strukturen. Unsere Null soll eine ehrliche und richtige Null sein“, betont er.

Das gilt auch für den CO2-Ausstoß von Unternehmen. Auch da werde eine einheitliche Systematik angestrebt, um etwa Doppelbilanzierungen zu vermeiden. In Kürze werden zehn Unternehmen – vom Industriebetrieb über Mittelständler bis zum Bäcker – ein solches Programm testen. Das Interesse am Klimaschutzverein sei groß. Aber es gelte, weiterhin dafür zu werben, „dass möglichst viele Akteure sich der Mission zum Klimaschutz anschließen“, sagt Oberlies.

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