Kommunalwahl: Parteien werben verstärkt online

Wahlkampf in Waldeck-Frankenberg läuft - aber anders als üblich

Symbolbild Stimmzettel
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Symbolbild Stimmzettel

Nur noch fünf Wochen bis zu den Kommunalwahlen in Hessen. Der Wahlkampf hat begonnen. Wegen Corona läuft er aber anders als gewohnt.

Waldeck-Frankenberg – Am Sonntag, 14. März, werden in Waldeck-Frankenberg der Kreistag, die Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen sowie die Ortsbeiräte gewählt. Wegen der Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie findet der Wahlkampf diesmal aber weniger auf der Straße oder in Bürgerhäusern statt, dafür mehr im Internet und in sozialen Netzwerken.

Normalerweise würden die Parteien, Bürgerlisten und Wählergruppierungen, die zur Wahl antreten, jetzt die ersten Wahlkampfstände auf Marktplätzen und Infoabende in Dorfgemeinschaftshäusern anbieten, um ihr Wahlprogramm bekanntzumachen, ihre Kandidaten vorzustellen, um mit den Bürgern vor Ort ins Gespräch zu kommen und Flyer, Kugelschreiber und Schlüsselanhänger mit Slogans und dem Partei-Logo zu verteilen.

„Das alles werden wir vermutlich nur in einem sehr beschränkten Maße erleben“, sagt der Kasseler Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder im Interview mit unserer Zeitung. „Was wir derzeit erleben, ist die Zurückdrängung des klassischen Wahlkampfes in den Bürgerhäusern, an den Haustüren, auf der Straße – also des Wahlkampfes, der durch direkten Kontakt geprägt ist und der für die Kandidaten bedeutet, dass sie durch Reden und durch ihr persönliches Erscheinen für sich und ihre Parteien werben können.“

Homepage, Facebook, Instagram

Stattdessen sind nun selbst kleine Bürgerlisten ins Internet gegangen, einige haben extra eine eigene Homepage erstellt und Kanäle auf Facebook und Instagram. Sie veröffentlichen dort ihre Wahlziele, stellen ihre Kandidaten vor, manche haben auch kurze Videos erstellt.

Wolfgang Schroeder, Politikprofessor Uni Kassel

Wie beim klassischen Wahlkampf sei es auch beim digitalen Wahlkampf das Ziel, sagt Schroeder, „die eigene Klientel zu mobilisieren und neue Wählergruppen hinzuzugewinnen“. Wichtig dafür, sagt der Experte, seien pfiffige Botschaften, anregende Bilder und insgesamt eine kluge, zielgruppenorientierte Information und Ansprache. „Was aber fehlt, ist das Werben durch die eigene Person, durch Emotionalität und Vertrautheit im persönlichen Kontakt.“

Informationen in der Zeitung

Was auch in Corona-Zeiten bleibt, ist der Wahlkampf über die Zeitung. Die HNA-Redaktion in Frankenberg gibt allen Parteien, Bürgerlisten und Wählergruppierungen, die für den Kreistag oder die Stadt- und Gemeindeparlamente antreten, die Möglichkeit, Pressemitteilungen in der Zeitung zu veröffentlichen. Und die Redaktion hat ihnen Fragen über ihre Erfolge und Ziele gestellt. Die Antworten veröffentlichen wir in den kommenden Wochen in der gedruckten Ausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Und letztlich ist es auch die Aufgabe jedes Wählers, sich selbst aktiv zu informieren, wofür die einzelnen Wahlvorschläge stehen, was ihre Ziele und wer ihre Kandidaten sind.

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