Das wahre Gold Edertals

Am Apfgelhäcksler (von links): stellvertretender NABU-Vorsitzender Markus Jungermann, Simone Wecht, Heinrich Schween und Simone Jungermann. Fotos:  Schade

Bringhausen. Sie tragen so fantasievolle Namen wie Waldecker Nr. 1, Korbacher Edelenette oder Twister Weinapfel und haben eines gemeinsam: Sie gehören zu alten Apfelsorten, die typisch für diese Region sind. Diese Sorten zu erhalten und fördern hat sich Naturschutzbund Edertal zum Ziel gesetzt und lenkte am Samstag beim Apfeltag in Bringhausen den Fokus gezielt auf diese Früchte.

Auf der Streuobstwiese des Seminarzentrums Fünfseenblick bot der NABU zahlreichen interessierten Besuchern vielfältige Aktionen rund um den Apfel. In einer Apfelpresse wurden mehr als zehn Doppelzentner Äpfel und auch Birnen zu leckerem frischen Saft verarbeitet. Die Bio-Baumschule Pfanzlust aus Nothfelden informierte über Obstgehölze für Gärten, Landschaft und Streuobstwiese. Ein Unternehmen, mit dem auch der NABU Edertal eng zusammenarbeitet, wenn es um die Bestückung seiner Streuobstwiesen geht.

Zu Gast beim Apfeltag war wieder Pomologe Robert Jäger aus Twistetal, der einen Überblick über die Vielfalt heimischer Apfelsorten gab. Interessenten konnten von ihm mitgebrachte Exemplare bestimmen lassen - und Jäger wusste zu fast jeder Sorte eine Geschichte zu erzählen. „Schon Heimatschriftsteller Fleischhauer hat festgestellt, dass in Edertal Obst das wahre Gold ist“, sagte er. Anfang vergangenen Jahrhunderts erzielten die dortigen Gemeinden mit dem Obstverkauf bis zu 70 Prozent ihres Einkommens. Im idealen Edertaler Klima wachsen nach seinen Worten tolle Sorten - zum Beispiel der Weiße Winterkalvill. „Den hat schon Sonnenkönig Ludwig XIV gegessen.“ Der Apfelexperte unterstrich, dass hier gereifte und von der Sonne verwöhnte Sorten einfach eine andere Qualität als die auf Hochglanz polierten Supermarktäpfel haben. Jäger: „Die schmecken einfach besser.“

Ein Vortrag über den „Apfel - ein besonderes Früchtchen“ von Thomas Männle, eine Ausstellung des Imkervereins Bad Wildungen mit Imker Jörg Roth und eine Wanderung in den Nationalpark mit Matthias Schlote rundeten das Angebot des gelungenen Tages ab. (sch)

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