1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Waldbrandgefahr: Landwirte in Waldeck-Frankenberg stellen Wassertanks bereit

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Susanna Battefeld

Kommentare

Stefan Metz aus Altenhaina betankt seinen 26 000 Liter fassenden Gülletank mit Wasser aus dem Löschteich des Dorfes, um im Notfall Löschwasser liefern zu können.
Stefan Metz aus Altenhaina betankt seinen 26 000 Liter fassenden Gülletank mit Wasser aus dem Löschteich des Dorfes, um im Notfall Löschwasser liefern zu können. © Battefeld, Susanna

Angesichts der hohen Waldbrandgefahr bekommen die Feuerwehren in Waldeck-Frankenberg Unterstützung von Landwirten. Sie stellen Güllefässer mit Wasser für den Notfall bereit.

Frankenberger Land – Als der Aufruf von Matthias Eckel, dem Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, am Dienstagabend kam, Güllefässer mit Wasser zum Löschen bereitzuhalten, saß Stefan Metz aus Altenhaina sowieso gerade mit der Einsatzabteilung der Feuerwehr Halgehausen zusammen, um zu besprechen, wie die Versorgung mit Löschwasser im Notfall erfolgen könne. „Wir waren da schon einsatzbereit“, sagte der 36-Jährige am Mittwoch der HNA.

In Absprache mit der Wehrführung hat der Lohnunternehmer inzwischen seinen großen Gülletank bereitgestellt, um damit im Ernstfall helfen zu können. „Der fasst 26 Kubikmeter, das entspricht 26 000 Liter Wasser“, sagt Metz. Der Gülletank werde ohnehin derzeit nicht anderweitig gebraucht und könne innerhalb von fünf Minuten befüllt werden Auch ein zweiter, 15 000 Liter fassendender Tank stehe zur Verfügung.

„Wasser holen wir am nur wenige Meter entfernten alten Löschteich am Ortseingang.“ Da er selbst aktuell zum Teil bis zu 30 Kilometer entfernt im Ernteeinsatz sei, habe er zwei Mitarbeiter eingewiesen, die parat stehen und das Wasser ausliefern könnten, sagt der Lohnunternehmer.

Landwirte mit Leitstelle in Kontakt

Angesichts der aktuell hohen Waldbrandgefahr stehe „Mann und Maus“ bereit, betont auch Mitarbeiter Manuel Seibel, der ebenfalls Mitglied der Halgehäuser Feuerwehr ist. Die Vorbereitungen seien zwar zunächst getroffen worden, um bei Wald- oder Flächenbränden in der Großgemeinde Haina einsatzbereit zu sein, ergänzt Torsten Schween von der Feuerwehr Halgehausen.

Es könne aber auch sein, dass man weiter entfernt aushelfen müsse. „Der Leitstelle liegen unsere Kontaktdaten vor“, berichtet er. Auch in Halgehausen stünden zwei Tanks bereit und einer in Ellnrode. „Es ist natürlich besser, wenn wir sie nicht brauchen.“

Sie stehen parat: Torsten Schween (links) und Manuel Seibel von der Feuerwehr Halgehausen können im Ernstfall 26 000 Liter Löschwasser im Gülletank von Stefan Metz anliefern.
Sie stehen parat: Torsten Schween (links) und Manuel Seibel von der Feuerwehr Halgehausen können im Ernstfall 26 000 Liter Löschwasser im Gülletank von Stefan Metz anliefern. © Battefeld, Susanna

Die Einsatzabteilung der Feuerwehr Halgehausen habe auch im Vorfeld schon mehrere Übungen gemacht und gezielt solche Einsätze mit Wassertanks trainiert, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. „Das sind ja keine Handgriffe, die man tagtäglich macht.“

Lohnunternehmer Stefan Metz aus Altenhaina ist nicht der einzige Landwirt, der in diesen Tagen spontan Löschwasser bereitstellt. Auch bei vielen anderen heimischen Landwirten sei die Hilfsbereitschaft groß, betont Matthias Eckel vom Kreisbauernverband: „Wir könnten in kürzester Zeit 25 Güllefässer anbieten“, sagt er.

Die Resonanz auf seinen Aufruf von Dienstagabend sei „echt top“ gewesen. „Das hat mich echt gewundert.“ Viele hätten ihm gemeldet, dass sie ihre Tanks schon mal vorsorglich angehängt hätten und ihm gesagt: „Wenn irgendwas ist, melde dich.“

Feldbrandgefahr bei der Ernte

Die Gefahr eines Feldbrandes bei der Ernte bestehe immer – unabhängig von der derzeitigen Trockenheit, erklärt Eckel: „Mähdrescher und Rundballenpresse brennen gerne mal. Wichtig ist, dass man die Maschinen vernünftig wartet.“ Dazu zähle vor allem, nach Gebrauch trockenes Stroh und Laub abzublasen sowie Luftfilter und Kühler regelmäßig zu überprüfen. „Aber das wissen die Landwirte auch“, sagt Eckel. Bei der derzeitigen Trockenheit genüge natürlich ein Funke, um einen Flächenbrand auszulösen, warnt er.

Auch interessant

Kommentare