Mehr Sicherheit für Schulweg gefordert

Waldeck am Edersee: Behörde billigt Ampel für Schüler nicht mal auf Plakaten

Geben nicht auf mit ihrem Wunsch nach einer Ampel: Schulkinder, Elternbeirat, Lehrer und Ortsbeirat mit Plakaten vor der Grundschule.
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Geben nicht auf mit ihrem Wunsch nach einer Ampel: Schulkinder, Elternbeirat, Lehrer und Ortsbeirat mit Plakaten vor der Grundschule.

Eltern, Lehrer und Schüler der Grundschule im Stadtteil Sachsenhausen von Waldeck am Edersee haben eine Plakataktion gestartet. Sie fordern damit eine neue Drückampel für den Schulweg.

Sachsenhausen – „Fahr vorsichtig – ich könnte Dein Kind sein“; „Schulweg. Halt nicht so schnell“ – zahlreiche von Kindern gemalte Plakate und Transparente machen auf der viel befahrenen Bundesstraße in Sachsenhausen, einem Stadtteil von Waldeck am Edersee, auf einen demnächst für Kinder gefährlichen Schulweg aufmerksam. Schulelternbeiräte, Schulleitungen und der Sachsenhäuser Ortsbeirat fordern daher eine Fußgängerampel im Bereich der Tankstelle, welche die Stadt Waldeck am Edersee bei den zuständigen Behörden beantragt hat. Durch den Umzug der Grundschule vom bisherigen Standort in der Gartenstraße in die Werbaer Straße verändert sich für über 60 Erst- bis Viertklässler der Schulweg, der nun im Bereich der Tankstelle über die Bundesstraße 485 führt. Der Unterricht an der neuen Grundschule soll nach den Sommerferien beginnen.

Doch seitens der zuständigen Behörden Hessen-Mobil und Kreisverwaltung tut sich wenig – lediglich eine Verkehrszählung hat im September 2020 stattgefunden. Gerade in der Zeit zwischen 6 bis 9 Uhr, also wenn die meisten Schulkinder zu Fuß unterwegs sind, fahren jeden Tag im Schnitt mehr als 1200 Fahrzeuge durch Sachsenhausen, darunter viel Schwerlastverkehr. Im Zeitraum von 6 bis 22 Uhr sind es sogar täglich fast 8000 Fahrzeuge. „Ohne eine Ampel müssen die Kinder lange Zeit warten, bevor sie die Straße sicher überqueren können“, erläutert Elternbeiratsmitglied Sandra Schwieder.

Viele Stunden mit Farbe, Pinsel, Papier und Laken für Plakataktion gearbeitet

„Wir möchten mit den Plakaten dafür sensibilisieren, dass mit dem neuen Schuljahr eine Besserung eintritt“, erklärt Elternbeiratsvorsitzende Rufina Enns. Viele Stunden haben die Kinder, Lehrer und Eltern mit Farbe, Pinsel, Papier und Laken an den Plakaten und Transparenten gebastelt. Zudem haben viele Sachsenhäuser Kabelbinder, Seile und Drähte zum Befestigen gespendet. „Auch die Sachsenhäuser Firmen haben uns viel Material zur Verfügung gestellt“, sagt Rufina Enns. Insgesamt hat jede Grundschulklasse fünf bis sechs Plakate gemalt, zudem wurden zehn Banner gebastelt. Auch der Kindergarten beteiligte sich an der Aktion.

„Es sind gerade die Erstklässler, die mit dem Straßenverkehr wenig Erfahrung haben, für die der Schulweg gefährlich ist“, erklärt Susanne Emden, Mitglied des Elternbeirats der Grundschule in Sachsenhausen, einem Stadtteil von Waldeck am Edersee. Gerade im Winter bei Dunkelheit und Nebel sei die Gefahr besonders groß. Viele Schulkinder stehen vor Unterrichtsbeginn unter Zeitdruck.

Behörde genehmigt nicht einmal Aufmalen der Ampel auf die Plakate

„Muss erst ein Unfall passieren, bevor die Behörden aktiv werden?“ fragt sich der Sachsenhäuser Ortsvorsteher Klaus Schmal. Auch Brigitte Trietsch, Leiterin der Grundschule, ist über die Untätigkeit der zuständigen Behörden verärgert: „Wir stehen kurz vor Beginn der Sommerferien. Wir bekommen keinerlei Auskunft von Landratsamt und Hessen-Mobil.“ Hessen-Mobil verknüpfte zudem die Genehmigung zum Aufhängen der Plakate und Transparente an den Verkehrswegen in Sachsenhausen mit sehr hohen Auflagen. So dürfen darauf keine Straßenverkehrszeichen und Ampeln abgebildet werden. „Das war eigentlich das Grundthema unseres Anliegens“, bedauert Sandra Schwieder.

Auch die Stadt Waldeck unterstützt die Forderung nach einer Fußgängerampel über die Bundesstraße. Sandra Schwieder: „Die Stadtverwaltung hat uns sehr unterstützt und die Zusammenarbeit war jederzeit sehr gut.“ „Die Verkehrssicherheit unserer Schüler ist unser größtes Anliegen. Wir fordern so schnell wie möglich einen sicheren Schulweg, bevor etwas passiert“, erklärt Elternbeiratsvorsitzende Rufina Enns. (Jörg Schüttler)

Ein Unfallforscher und ein Verkehrsplaner unterstützten nicht das zögernde Vorgehen der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Sachen Fußgängerampel für den Stadtteil von Waldeck am Edersee.

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