Mehr Arbeit wegen Wiederaufforstung und Strukturreform

Waldeck-Frankenberg: Forstämtern fehlen Fachleute

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Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest unbedingt verhindern: Die Wildschweinpopulation – hier eine Rotte, aufgenommen von dem Mengeringhäuser Naturfotograf Dieter Bark – sollte auch aus Gründen der Seuchenprävention nicht zu groß werden, mahnt  Eberhard Leicht, Leiter des Forstamtes Burgwald.

Trockenheit und Borkenkäfer haben den Wäldern im Landkreis Waldeck-Frankenberg arg zugesetzt. Das hat auch Auswirkungen auf die Arbeitsbelastung.

Tausende von Bäumen, vor allem Fichten, aber zunehmend auch Buchen müssen gefällt, die Wiederaufforstung angeschoben werden (wir berichteten). Das hat auch Auswirkungen auf die Arbeitsdichte: Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) fordert den Einsatz von mehr Forstarbeitern, um die anliegenden Arbeiten im Wald stemmen zu können und die Beschäftigten nicht noch mehr zu belasten.

„Die Situation ist in der Tat angespannt“, erklärt Martin Klein, Leiter der Forstämter Diemelstadt und Vöhl, obwohl in den vergangenen anderthalb Jahren in Vöhl und Diemelstadt je drei junge Kollegen aus dem Pool von Nachwuchskräften eingestellt worden seien. „Die Arbeitsbelastung ist gewaltig“, verweist Klein auf die Beseitigung der Schäden und große Flächen, die aufgeforstet und gepflegt werden müssten. Zusätzlich müssten auch viele Einsätze zur Verkehrssicherung gefahren werden.

„Das ist eine große Belastung für die Kollegen, doch wir können in unserem Beritt aktuell nur bedingt Abhilfe schaffen.“ Das liege nicht allein an der angefallenen Arbeit, sondern auch daran, dass sich zum 1. Januar 2021 die Beförsterung in weiten Teilen des Kreisgebietes ändert: Die Kommunalwald Waldeck-Frankenberg GmbH unter dem Dach der Domanialverwaltung hat im Oktober 2019 die Holzvermarktung für Kommunen aus Waldeck-Frankenberg, den Landkreisen Kassel und Schwalm-Eder sowie die Domanialverwaltung übernommen. Ab Januar 2021 soll sie auch die komplette Beförsterung für diese Kommunen übernehmen, die bislang noch Hessen-Forst bedient. „Das heißt, die Strukturen ändern sich grundlegend und daher können aktuell die bei uns frei werdenden Stellen nicht besetzt werden“, erklärt Klein.

„Außerdem gehen derzeit mehr Kollegen aus den geburtenstarken Jahrgängen in Pension, als wir einstellen können. Denn es bilden nur vier Unis und eine Handvoll Fachhochschulen aus, damit ist die Nachwuchszahl begrenzt – obwohl wir Referendare und Anwärter schon lange selbst ausbilden“.

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