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Personalmangel und hohe Energiekosten treffen Wirte und Hoteliers

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Die Energiekrise setzt den Restaurants und Hotels im Landkreis Waldeck-Frankenberg zu. Zusätzlich fällt es den Branchen immer schwerer, neues Personal zu finden.

Waldeck-Frankenberg – Trotz der aktuell schwierigen Situation infolge gestiegener Preise für Energie und Lebensmittel suchen viele Gastronomiebetriebe neue Mitarbeiter. Björn Teniuch, Chef des Restaurants Wetterburg in Bad Arolsen, hatte Glück und konnte bei der Übernahme des Betriebs im Mai die Aushilfen in Küche und Service übernehmen. „Personalsorgen hat man aber immer. Irgendjemand fehlt immer. Bei mir arbeiten auch Leute, die noch in anderen Berufen arbeiten oder sich um die Familie kümmern müssen und nicht ständig Zeit haben“, sagt Teniuch. Man müsse eben auch Kompromisse eingehen. „Ich bin immer der Erste im Restaurant und oft genug auch der Letzte. Neue Mitarbeiter zu finden, wird aber immer schwieriger, weil auch unsere Situation immer schwieriger wird.“

Im Augenblick weiß man laut Teniuch gar nicht, um welche Krise man sich zuerst Sorgen machen soll. „Wenn die Lebensmittel weiter so rasant steigen, muss man ständig neu kalkulieren. Zu den Problemen, die alle anderen auch bewältigen müssen, kommen bei uns außergewöhnliche Heizkosten hinzu. Wer die Wetterburg kennt, der ahnt, was das für uns heißt.“ Sein Anbieter habe bis jetzt „nur“ um 60 Prozent erhöht. Er wolle sich gar nicht vorstellen, was seine Gäste sagen würden, wenn alle Getränke und Speisen entsprechend teurer würden.

Waldeck-Frankenberg: „Personalmangel ist in unserer Branche ja nichts Neues“

Das könne man den Gästen fast gar nicht mehr erklären. „Aber wie lange das alles noch funktioniert, weiß ich auch nicht. Ich will mich nicht anstecken lassen von der Panik und versuche, die Gegenwart zu stemmen. Das klappt bis jetzt gut – und wenn die Gäste weiter kommen, schaffen wir das auch irgendwie“, sagt er.

Das Landhaus Bärenmühle im Lengeltal bei Ellershausen ist seit 17 Jahren ein modernes Hotel und Restaurant mit 23 Mitarbeitern. „Personalmangel ist in unserer Branche ja nichts Neues“, sagt Geschäftsführerin Christiane Kohl und fügt hinzu: „Wir arbeiten schon seit Jahren daran, dieses Problem für uns so gut es geht zu lösen – unter anderem, indem wir unseren Personalnachwuchs selbst ausbilden.“ So hätte man im Augenblick sehr gute Auszubildende aus Vietnam, von denen die ersten im Frühjahr ihre Prüfung machen werden. „Das sind Topleute. Wir hoffen, dass sie auch nach der Ausbildung möglichst lange bei uns bleiben.“

Vieles andere, das Sorgen bereite, könne man kaum beeinflussen, sagt Christiane Kohl. „Wie jeder, der Lebensmittel einkauft sowie Strom, Heizung, die Tankfüllung und vieles mehr bezahlen muss, spüren wir im Hotel und Restaurant natürlich auch die aktuellen Preissteigerungen. Natürlich denken wir auch an unsere Mitarbeiter, denen die Inflation ebenfalls zusetzt. Das Problem ist, dass Lohnerhöhungen für die Mitarbeiter zumeist von den damit einhergehenden Abgabensteigerungen aufgefressen werden.“

Blick in eine Restaurantküche: Aufgrund der deutlich gestiegenen Preise für Lebensmittel müssen auch die Restaurant- und Hotelbetreiber in Waldeck-Frankenberg immer wieder neu kalkulieren. Symbol
Blick in eine Restaurantküche: Aufgrund der deutlich gestiegenen Preise für Lebensmittel müssen auch die Restaurant- und Hotelbetreiber in Waldeck-Frankenberg immer wieder neu kalkulieren. Symbol © Dehoga

Waldeck-Frankenberg: Schwierige Lage vor allem für kleinere Betriebe

Hotellerie und Gastronomie müssten in dieser Zeit vor allem sehr kurzfristig auf die Preisentwicklungen reagieren, gut abwägen und kalkulieren. „Aber das ist leichter gesagt als getan, denn wir haben natürlich vor allem die Wünsche und Erwartungen unserer Gäste im Auge“, sagt die Geschäftsführerin des Landhauses Bärenmühle.

Es sei eben eine sehr schwierige Lage, in der vor allem kleinere Betriebe jetzt stecken würden. Da wünschte man sich eine Regierung mit mehr wirtschaftlichem Sachverstand. „Angst vor der Zukunft haben wir aber trotzdem nicht. Wir beginnen in den nächsten Wochen mit einem seit langem geplanten Anbau – und ich habe das innere Gefühl, dass das genau richtig ist“, sagt Christiane Kohl. (Barbara Liese)

Auch der Gastronomie in Kassel machen die massiven Kostensteigerungen bei Lebensmitteln und Energie zu schaffen. Das zeigt sich jetzt auch auf den Speisekarten.

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