Siebe-Tage-Inzidenz bei 94,0

Waldeck-Frankenberg jetzt auf höchster Corona-Warnstufe

Herbstlich bunt gefärbte Blätter liegen neben einem Aufkleber mit der Aufschrift, „Bitte 1,5 m Abstand halten“ auf dem Boden
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Abstand halten zählt angesichts gestiegener Corona-Zahlen zu den wichtigsten Regeln.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat am Freitag die höchste Corona-Warnstufe des hessischen Eskalationskonzeptes überschritten.

Waldeck-Frankenberg – Ab einer Inzidenz von 75 springt die virtuelle Corona-Ampel auf Dunkelrot, Waldeck-Frankenberg hat am Freitag einen Wert von 94,0 erreicht – also 94 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Von Donnerstag auf Freitag wurden 48 neue Infektionen im Landkreis festgestellt – so viele wie bisher noch nie an einem Tag. Die Zahl aller Corona-Fälle seit Anfang März stieg damit auf 530, teilte die Kreisverwaltung am Freitag mit. Als aktuell infiziert galten am Freitag 154 Menschen, 40 mehr als am Donnerstag, weil gleichzeitig acht Genesene hinzukamen. 34 Infizierte werden derzeit in einem Krankenhaus behandelt, fünf intensiv.

Die aktuellen Corona-Infektionen verteilen sich „mehr oder weniger auf den ganzen Landkreis“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese. Einen Hotspot gebe es nicht, es seien aber auch drei Altenheime betroffen, zwei Reha-Kliniken sowie einzelne Schulklassen. „In der Regel liegen die Zahlen dort im einstelligen Bereich“, sagt Frese. In den Altenheimen und Kliniken würden Bewohner verlegt sowie einzelne Mitarbeiter und Bewohner in Quarantäne geschickt.

„Obwohl der letzte Grenzwert jetzt überschritten ist, wird der Landkreis darauf verzichten, für die kommenden beiden Tage gesonderte Regelungen zu erlassen. Das würde die Menschen sicher nur verwirren“, teilte Pressereferentin Ann-Katrin Heimbuchner am Freitag auf Nachfrage mit. Denn ab dem kommenden Montag gelten in ganz Hessen ohnehin die strengeren Beschränkungen, auf die sich Bund und Länder am vergangenen Mittwoch geeinigt haben.

Noch bis Sonntagabend gelten für Waldeck-Frankenberg die vom Landkreis in den vergangenen Tagen erlassenen Allgemeinverfügungen, mit denen zum Beispiel Zusammenkünfte auf höchstens zehn Personen beschränkt werden.

Veranstaltungen abgesagt, DGHs zu

Etliche Veranstaltungen im Landkreis wurden bereits abgesagt. Kommunen haben angekündigt, dass Bürgerhäuser vorerst nur noch in Ausnahmefällen genutzt werden dürfen – zum Beispiel für Sitzungen von Stadtverordneten und Ortsbeiräten oder für die rechtlich vorgeschriebenen Versammlungen von Parteien und Bürgerlisten, um Kandidatenlisten für die Kommunalwahl im März 2021 aufzustellen.

Vom Verbot für Zusammenkünfte während des Lockdowns im November sind Gedenkveranstaltungen am Volkstrauertag ausdrücklich ausgenommen. Das stehe in der aktuellen Verordnung des Landes Hessen, teilt der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese mit. Sankt-Martins-Umzüge zählen nach Freses Ansicht nicht zu Gedenkveranstaltungen. „Diese Feiern sollte man besser lassen“, empfiehlt Frese. (Von Jörg Paulus)

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