Leser kritisieren Technik des Systems

Waldeck-Frankenberg: Kreis reagiert auf Kritik an Impfnachrücker-Plattform

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Symbolbild Impfung

Die Impfnachrücker-Plattform des Landkreises Waldeck-Frankenberg soll verhindern, dass im Impfzentrum in Korbach abends Corona-Impfstoff ungenutzt bleibt. Doch es gibt auch Kritik daran - konkret an der Technik des Systems.

Waldeck-Frankenberg- Um übrig gebliebenen Impfstoff im Impfzentrum in Korbach am jeweiligen Tag aktuell verimpfen zu können, hatte der Landkreis Waldeck-Frankenberg eine Impfnachrücker-Plattform eingerichtet. Dass man als potenzieller Nachrücker nur per SMS informiert wird und bei seiner Bestätigung für den kurzfristig erhaltenen Impftermin formal korrekt antworten muss – nämlich in Großbuchstaben und ohne weitere Zeichen –, hat aber für Kritik aus der Bevölkerung gesorgt.

„Wie kann es sein, dass in der heutigen Zeit ein Programm dort hinterlegt ist, das weder alles klein oder alles groß oder gemischt geschrieben als Antwort erkennt? Haben wir nicht schon genug bürokratische Hürden zur Impfung zu nehmen?“, fragt zum Beispiel HNA-Leser Reinhold Ahrens aus Rennertehausen.

Andere Leser hatten kritisiert, dass es neben der SMS keine anderen Weg gibt, um als Nachrücker benachrichtigt zu werden. Schließlich gebe es nicht in jedem Ort in Waldeck-Frankenberg ausreichend Handyempfang. Wir haben den Landkreis um Stellungnahme zu diesen Problemen gebeten. Pressereferentin Ann-Katrin Heimbuchner erklärt dazu:

Ann-Katrin Heimbuchner, Pressereferentin Landkreis Waldeck-Frankenberg

„Die Impfnachrücker, die sich auf der Plattform des Landkreises angemeldet haben, um eine Chance auf übrig gebliebene Dosen zu nutzen, werden nach dem Zufallsprinzip per SMS benachrichtigt, weil sichergestellt werden muss, dass restliche Impfungen schnell verabreicht werden können. Denn: Wenn Dosen übrig sind, muss die Impfung sehr zeitnah stattfinden. Impfnachrücker sollten daher im besten Fall jederzeit auf dem Handy erreichbar sein, um den möglichen Impftermin zuzusagen und darüber hinaus innerhalb kürzester Zeit vor Ort im Impfzentrum in Korbach erscheinen können. Daher kann das System die Benachrichtigungen nur per SMS aufs Handy vergeben und nicht als E-Mail oder Telefonanruf.“

„In der Kürze der Zeit und bei der Fülle der Nachfragen ist dies die schnellste und einfachste Methode, Nachrücker-Termine spontan zu vergeben, damit keine Impfdosen verfallen.“

Ann-Katrin Heimbuchner, Pressereferentin Landkreis Waldeck-Frankenberg

Und zur Kritik an der formalen Schreibweise der Antwort-SMS erklärt Heimbuchner: „Wenn Nachrücker das kurzfristige Angebot wahrnehmen möchten, müssen sie auf die SMS-Benachrichtigung lediglich mit JA antworten. Das System erkennt dann automatisch die Zusage des Nachrückers und reserviert sofort automatisch den Impftermin im Zentrum. In der Kürze der Zeit und bei der Fülle der Nachfragen ist dies die schnellste und einfachste Methode, Nachrücker-Termine spontan zu vergeben, damit keine Impfdosen verfallen.“

„Nach unserer Kenntnis nutzen viele Landkreise das gleiche System wie wir, das sich in Waldeck-Frankenberg bewährt hat, denn bereits 1166 Personen haben über die Nachrücker-Plattform ein spontanes Impfangebot bekommen, sodass keine übrig gebliebenen Dosen verfallen sind“, teilte Heimbuchner am Montag mit.

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