Regelung gilt in den Sommerferien

Waldeck-Frankenberg: Kreis zahlt Kindern Schwimmbad-Eintritt von Corona-Bußgeldern

Symbolbild Freibad Kinder
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Kinder im Freibad (Symbolbild)

Alle Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahren aus Waldeck-Frankenberg erhalten in den Sommerferien, die am 16. Juli beginnen, kostenlosen Eintritt in alle Schwimmbäder im Landkreis. Bezahlt werden soll das mit dem Geld, das der Landkreis durch Corona-Bußgelder eingenommen hat.

Waldeck-Frankenberg – Kinder und Jugendliche hätten in den vergangenen Monaten besonders unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie gelitten – insbesondere auch bei Freizeitaktivitäten, teilte der Landkreis mit. Deshalb wollen ihnen der Kreis und die Kommunen den kostenlosen Eintritt in die Schwimmbäder ermöglichen.

Wegen Ordnungswidrigkeiten wie Verstößen gegen die Maskenpflicht oder Quarantänebestimmungen habe der Landkreis in den vergangenen Monaten Bußgelder von insgesamt rund 60.000 Euro ausgesprochen. „Diese möchten wir nun sinnvoll einsetzen und finanzieren damit das Angebot, dass Kinder und Jugendliche in den Sommerferien kostenfrei die Schwimmbäder besuchen können“, sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat. Darauf habe man sich in einer Dienstversammlung auch mit den Bürgermeistern der Städte und Gemeinden geeinigt.

„Während die älteren Menschen stark im gesellschaftlichen Fokus standen, waren Kinder und Jugendliche doch etwas unter dem Radar, obwohl sie durch Fernunterricht sowie mangelnde Sport- und Freizeitmöglichkeiten stark in ihren sozialen Kontakten beschränkt waren“, heißt es in der Pressemitteilung.

Deshalb sei die Idee entstanden, die Corona-Bußgelder dafür zu verwenden, die jungen Menschen ein wenig für die Einschränkungen zu entschädigen und ihnen bei der Wiederaufnahme sozialer Kontakte zu helfen. Bei den politischen Gremien des Landkreises sei der Vorschlag auf breite Zustimmung gestoßen. Auch die Bürgermeister hätten auf die Idee durchweg positiv reagiert.

Studie zu Auswirkungen der Corona-Pandemie

Während der Corona-Pandemie seien vor allem die jungen Menschen von den Auflagen stark betroffen worden. Eine Umfrage des Fachdienstes Sport und Jugendarbeit des Landkreises in Kooperation mit der kirchlichen Jugendarbeit Lichtenfels hatte kürzlich ergeben, dass etwa 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen massiv unter den Einschränkungen gelitten haben: Vor allem der Mangel an sozialen Kontakten durch geschlossene Freizeiteinrichtungen und auch durch den Distanzunterricht an den Schulen habe nachhaltig entwicklungshemmend auf die Psyche der jungen Menschen gewirkt, berichtete der Landkreis.

Viele hätten demnach auch Probleme, wieder in den Gruppen und Klassen anzukommen, soziale Ängste seien erkennbar während der Pandemie verstärkt worden. Familien mit Kindern seien durch Homeschooling und die Sicherstellung von Betreuung nicht nur finanziell, sondern auch generell sehr belastet worden. In nicht wenigen Familien sei diese Zeit zudem sehr konfliktbehaftet gewesen. (Jörg Paulus)

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