Gesellschaft will langfristig auch Beförsterung für Kommunen übernehmen

Waldeck-Frankenberg: Neue GmbH soll Holzvermarktung übernehmen

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In Bad Arolsen, schräg gegenüber des Schlosses, ist Sitz der Domanialverwaltung. Nach Umbauarbeiten soll dort auch die neu gegründete Vermarktungs-GmbH einziehen.

Waldeck-Frankenberg. Bis zum Jahresanfang 2019 müssen sich die Städte und Gemeinden in Waldeck-Frankenberg entschieden haben, ob sie bei der noch zu gründenden Holzvermarktungs-GmbH der Waldeckischen Domanialverwaltung einsteigen.

Bis Ende Februar soll der Gesellschaftervertrag unterschrieben sein, sagt Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, der Vorsitzender der Domanialkommission ist. Wie berichtet, darf Hessen-Forst aus kartellrechtlichen Gründen künftig kein Holz mehr aus kommunalen Wäldern mit einer Größe von mehr als 100 Hektar vermarkten. Deshalb gründet sich Anfang 2019 die „Kommunalwald Waldeck-Frankenberg GmbH“, so der Arbeitstitel der Vermarktungsgesellschaft, die sowohl räumlich als auch organisatorisch an die Domanialverwaltung angegliedert werden soll.

Das Ziel sei es, so Frese, nicht nur die Vermarktung des Holzes zu übernehmen, sondern auch die Beförsterung. Würden zwei verschiedene Dienstleister – neben der neuen GmbH auch Hessen-Forst – in einem Gebiet gleichzeitig aktiv seien, könnte es „Sand im Getriebe“ geben. „Wir wollen alles aus einer Hand machen, von der Aussaat über die Holzernte bis zur Vermarktung.“

Mit voraussichtlich vier Euro pro Hektar Wald könnten die Städte und Gemeinden Mitgesellschafter werden. Das Stammkapital wird bei rund 120 000 Euro liegen. Den Großteil davon wird das Domanium beisteuern. Bislang haben noch nicht alle Kommunen im Landkreis über einen Eintritt entschieden. Der Landkreis müsse nun aber „schnell Bescheid wissen“, so Karl-Friedrich Frese, um die Gesellschaft „sachlich und personell aufstellen zu können“.

Die Testphase der Vermarktungsgesellschaft soll am 1. Juni 2019 starten, am 1. Oktober 2019 geht es dann offiziell los.

Hintergrund: Domanialverwaltung

Die Waldeckische Domanialverwaltung ist ein Eigenbetrieb des Landkreises. Sie verwaltet das Domanialvermögen der alten Waldecker Orte. 

In früheren Jahrhunderten gab es im Fürstentum Waldeck viele kleine Vermögensposten, über die letztlich der Fürst als Landesherr verfügte. Zwischen Staat und fürstlicher Familie gab es keine Trennung. Im Jahr 1918, als der Fürst abgesetzt wurde, ging ein Großteil des Vermögens auf den Staat über, der es als Sondervermögen verwaltete. Mit der Landkreis-Gründung wurde das Vermögen übertragen. Die waldeckischen Kommunen tragen anteilig Verluste, bekommen aber auch Gewinne. 

Zum Domanium mit fast 60 Mitarbeitern gehören rund 19 000 Hektar Wald, ebenso Forst- und Wohngebäude und die Schlösser in Bad Arolsen, Waldeck und Rhoden.

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