Termin noch offen, Rathäuser stellen Personal ab

Waldeck-Frankenberg wartet auf Start der Corona-Impfungen

Impfzentrum, die Großsporthalle der Louis-Peter-Schule auf der Hauer in Korbach.
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Das Corona-Impfzentrum für Waldeck-Frankenberg wurde in den vergangenen Wochen in der Großsporthalle der Louis-Peter-Schule auf der Hauer in Korbach eingerichtet. Für die Verwaltung stellen die Kommunen Mitarbeiter ab.

Auch in Waldeck-Frankenberg könnten am 27. Dezember die ersten Menschen den neuen Impfstoff gegen das Coronavirus bekommen. Noch sind aber nicht alle Fragen geklärt.

Waldeck-Frankenberg – Es kann losgehen. Die EU-Kommission hat dem Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer am Montag die Marktzulassung erteilt. Zuvor hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur grünes Licht für die Zulassung gegeben. Damit steht dem Beginn der Impfungen in der EU nichts mehr im Weg. In Deutschland sollen die ersten Dosen am 27. Dezember gespritzt werden, auch in Hessen.

Was heißt das für unseren Landkreis? „Sobald der Impfstoff ausgeliefert ist, werden schnellstmöglich auch die Impfungen in Waldeck-Frankenberg starten“, teilte Ann-Katrin Heimbuchner, die Pressereferentin des Landkreises, mit.

Nach der Impfstrategie des Bundes sollen zunächst „vulnerable Gruppen“ die Möglichkeit zur Impfung erhalten, also Risikogruppen wie Ältere und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Auch der Landkreis Waldeck-Frankenberg bereite aktuell die Impfungen durch die mobilen Impfteams vor, die zunächst in Seniorenzentren und Alten- und Pflegeheimen zum Einsatz kommen sollen.

„Momentan fragt der Landkreis bei den Einrichtungen den Bedarf ab, um beim offiziellen Impfstart direkt mit den Impfungen beginnen zu können“, berichtete Heimbuchner. Die mobilen Teams werden dazu in die Einrichtungen kommen, um direkt vor Ort zu impfen.

Wann die Impfungen im stationären Impfzentrum des Landkreises Auf der Hauer in Korbach starten, stehe noch nicht fest. Das hänge von der Verfügbarkeit des Impfstoffes ab und vom Einsatzbefehl zum Start der Impfungen in den Zentren durch das Land Hessen. Auch das Einladungsverfahren zur Impfung werde derzeit noch vom Land geklärt und vorbereitet, sagte die Pressereferentin: „Sobald bekannt, werden wir entsprechend darüber informieren.“

Städte und Gemeinden stellen Personal ab

Das Personal für das Impfzentrum stehe in den Startlöchern, berichtete Heimbuchner. Dazu gehört neben medizinischem Fachpersonal auch Personal für die Verwaltung. Dieses Verwaltungspersonal stellen zum großen Teil die 22 Städte und Gemeinden im Landkreis ab – also Mitarbeiter aus Stadtverwaltungen, Betriebshöfen oder Kitas.

„Natürlich werden wir dafür unseren Service in den Rathäusern in diesen Zeiten etwas reduzieren müssen. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass die Waldeck-Frankenberger dafür Verständnis haben“, sagt Battenbergs Bürgermeister Christian Klein. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen.“

Christian Klein, Bürgermeister von Battenberg

Dass sich die Kommunen an der Arbeit im Impfzentrum beteiligen, sei selbstverständlich, findet Klein: „Wenn sich der überwiegende Teil der Bevölkerung impfen lassen möchte, dann müssen sich viele Menschen aus unterschiedlichsten Berufsgruppen engagieren und ihre eigenen Interessen im Sinne des Gemeinwohls zurückstellen. Es ist schließlich das Ziel von uns allen, diese Krise schnellstmöglich zu überwinden.“

Mittelzentren wie Frankenberg, Bad Arolsen, Korbach und Bad Wildungen sollen jeweils Mitarbeiter entsenden, um Schichten im Impfzentrum zu übernehmen. Kleinere Kommunen wurden als Einheit zusammengefasst – eine Gruppe bilden zum Beispiel Gemünden, Haina, Frankenau, Rosenthal und Edertal, eine andere Allendorf, Battenberg, Bromskirchen, Burgwald und Hatzfeld.

Personal abhängig von Einwohnerzahl

Nach Auskunft von Koordinator Heinz-Peter Schäfer richtet sich die Anzahl der zu entsendenden Helfer nach der Einwohnerzahl der Kommunen. Danach ergibt sich für die fünf Kommunen, die Schäfer koordiniert, folgende Aufteilung: Edertal stellt 14 Mitarbeiter, Gemünden 8, Haina 7, Frankenau 6 und Rosenthal 5. Geplant sei, die 40 Personen in zwei Schichten einzuteilen. „In anderen Regionen wird das zum Teil anders geregelt“, sagte Schäfer. In Frankfurt solle beispielsweise das DRK helfen.

Die Team-Einheit mit Rosenthal wird vom Rosenthaler Stadt-Kämmerer Heinz-Peter Schäfer koordiniert: „Wir müssen 38 Leute pro Tag stellen, plus zwei Personen zusätzlich, also 40“, teilt er mit. Ursprünglich sei eine 7-Tage-Schicht geplant gewesen, möglicherweise werde es aber eine 5-Tage-Schicht. Offen sei noch, wann der Einsatz beginne. „Stand heute, sind wir etwa für Februar vorgesehen“, sagt Schäfer. Der Landkreis wolle mit seinen Bediensteten die ersten Schichten selbst übernehmen und das Impfzentrum zum Laufen bringen.

Die Kreisstadt Korbach bildet eine eigene der 16 Fachgruppen, die jeweils in einem Zeitraum von voraussichtlich fünf Tagen das Personal im Impfzentrum stellt. „Das heißt bei einer derzeit geschätzten Dauer von 250 Impftagen werden wir bis zum Spätsommer wahrscheinlich drei Mal zum Einsatz kommen“, erklärt Ralf Buchloh, Sprecher der Stadt.

Die Helfer aus den Kommunen seien überwiegend Mitarbeiter aus Stadtverwaltungen, Betriebshöfen oder Kindergärten, sagt Heinz-Peter Schäfer. Die jeweiligen Mitarbeiter sollen gezielt angesprochen werden, das Ganze sei aber freiwillig: „Wir können keinem vorschreiben, sich dafür zur Verfügung zu stellen.“

„Erfreulicherweise haben sich auch bereits einige Kollegen im Ruhestand bereit erklärt, sodass wir etwa 30 bis 33 aktive Mitarbeitende einsetzen müssen“, sagt Ralf Buchloh für die Stadt Korbach. Somit werde rund ein Drittel der Verwaltungsmitarbeiter der Kreisstadt für das Impfzentrum benötigt.

Rathäuser schränken Service ein

„In den Zeiten unseres Einsatzes beim Impfzentrum werden wir daher unsere Verwaltungsaufgaben einschränken müssen. Dringend notwendige Aufgaben können und sollen aber auch weiterhin in diesen Zeiträumen angeboten oder ausgeführt werden“, erklärt Buchloh.

In Battenberg wird das ähnlich sein: „Natürlich werden wir unseren Service in den Rathäusern etwas reduzieren müssen, Projekte werden sich dadurch geringfügig verzögern“, sagt Bürgermeister Christian Klein. „Ich bin aber fest davon überzeugt, dass die Waldeck-Frankenberger für diese kleinen Einschränkungen Verständnis haben.“

Problematisch könne es allerdings werden, sagt Heinz-Peter Schäfer, wenn am 14. März die Kommunalwahl ansteht. „Da werden wir keine Helfer für das Impfzentrum zur Verfügung stellen können“, sagt der Rosenthaler Kämmerer. Das müsse an diesen Tagen dann der Landkreis regeln.

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