Polizeistatistik für 2019

Weniger Tote und Verletzte bei Verkehrsunfällen in Waldeck-Frankenberg

Kontrolle: Die Polizei in Waldeck-Frankenberg war 2019 verstärkt im Landkreis unterwegs, um Verkehrsteilnehmer auch hinsichtlich eines möglichen Alkohol- und Drogenkonsums zu überprüfen.
+
Kontrolle: Die Polizei in Waldeck-Frankenberg war 2019 verstärkt im Landkreis unterwegs, um Verkehrsteilnehmer auch hinsichtlich eines möglichen Alkohol- und Drogenkonsums zu überprüfen.

Im vergangenen Jahr sind weniger Menschen bei Verkehrsunfällen in Waldeck-Frankenberg gestorben als in den Jahren zuvor. Auch die Zahl der verletzten Personen ist deutlich zurückgegangen.

Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik 2019 für den Landkreis hervor. Weil die Zahl der Unfälle insgesamt in etwa gleich geblieben ist, spricht Volker König, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes der Polizei Waldeck-Frankenberg, von einer „erfreulichen Einwicklung“ – wenngleich er betont, dass jeder Verkehrstote und Verletzte einer zu viel sei.

König berichtet, dass die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2015 bei fünf gelegen habe. 2016 (14) und 2017 (15) habe sich die Zahl jeweils deutlich erhöht, 2018 sei sie auf zehn gesunken und 2019 habe es sechs Verkehrstote gegeben.

Der Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes macht deutlich, dass der Grat zwischen „schwer verletzt“ und „gestorben“ bei Verkehrsunfällen oft schmal sei. Daher könnten die Zahlen sich von Jahr zu Jahr ändern, ohne dass es konkrete Gründe gebe. Gleichwohl spielten auch weitere Aspekte eine Rolle, wie beispielsweise die verbesserten Sicherheitssysteme in den Autos. „Die Polizei versucht natürlich, in ihrer täglichen Arbeit dafür zu sorgen, dass Unfälle verhindert werden.“ 

Alkohol- und Drogenkontrollen sowie Geschwindigkeitsmessungen trügen dazu bei, dass Personen, die andere gefährdeten, im Vorfeld aus dem Verkehr gezogen würden. „Klar ist aber auch: Es lässt sich nicht alles verhindern. Daher gibt immer noch knapp 4000 Unfälle jährlich auf unseren Straßen im Landkreis“, sagt König. Konkret habe die Zahl 2019 bei 3916 gelegen, in den Jahren zuvor lag sie zwischen 3932 (2015) und 3894 (2018).

Damit die Folgen für Verkehrsteilnehmer nach Unfällen nicht so schwerwiegend sind, werden laut König Unfallschwerpunkte durch verschiedene Maßnahmen „entschärft“. Hierbei werde zum Beispiel die zulässige Höchstgeschwindigkeit reduziert. Auch der Fahrbahnbelag könne erneuert werden. Eine veränderte Beschilderung, Wildfangzäune oder die Verbesserung der örtlichen Sichtverhältnisse – unter anderem durch Verkehrsspiegel – seien weitere wichtige Vorkehrungen. 

Randstraßen-Sperrung senkt Unfallzahlen

Ende September des vergangenen Jahres wurde die Edersee-Randstraße zwischen Waldeck-West und Nieder-Werbe für den Verkehr gesperrt. Auch in der Folge gab es am Edersee weitere Einschränkungen und Sperrungen. 

Diese Tatsache hatte nach Auskunft von Volker König auch Einfluss auf die Verkehrsunfallstatistik 2019 für den Landkreis. Der Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes der Polizei Waldeck-Frankenberg weist darauf hin, dass die Gesamtzahl der Unfälle mit motorisierten Zweirädern im zurückliegenden Jahr deutlich zurückgegangen ist. 

„Der Edersee ist ein beliebtes Ziel für Motorradfahrer. Weil ab Herbst des vergangenen Jahres keine Motorräder mehr auf der Randstraße fahren konnten, führte dies letztlich auch zu weniger Unfällen. Außerdem ist die Polizei auch weiterhin regelmäßig mit Kontrollen am Edersee präsent“, sagt Volker König. 

Insgesamt sei die Zahl der Unfälle unter Beteiligung motorisierter Zweiräder um 26,04 Prozent im Vergleich zu 2018 gesunken. Umterm Strich wurden 125 Verkehrsunfälle mit 112 (2018: 131) Verunglückten registriert. 

Am stärksten fiel der Rückgang bei den Motorrädern (über 125 Kubik) aus. Dort gab es ein Minus von 31,03 Prozent. Allerdings geschehen laut Statistik immer noch 64 Prozent aller Zweirad-Unfälle mit dieser Art von Maschinen. Bei den Unfällen mit Motorrädern im Landkreis waren 2019 zwei Tote, 28 Schwerverletzte und 39 Leichtverletzte zu beklagen. Die Gesamtzahl der Verunglückten unter den Motorradfahrern sank im Vergleich zum Vorjahr von 91 auf 69.

Polizei erwartet mehr Pedelec-Unfälle

Was die Fahrradunfälle in Waldeck-Frankenberg angeht, vermutet die Polizeidirektion eine hohe Dunkelziffer. Schließlich würden viele Alleinunfälle nicht angezeigt. Die Zahl der 2019 polizeilich registrierten Fahrradunfälle blieb laut Statistik gleich und betrug wie im Jahr zuvor 72. Eine ältere Person verunglückte hierbei tödlich, 22 Radfahrer verletzten sich schwer und 31 leicht. Die Zahl der Unfälle mit E-Bikes (Pedelecs), welche mit einer Motorenunterstützung ausgestattet sind, ist laut Statistik mit 16 noch gering. „Aufgrund der hohen Verkaufszahlen werden in den nächsten Jahren aber mehr Unfälle hinzukommen“, ist sich Volker König vom Regionalen Verkehrsdienst der Polizei Waldeck-Frankenberg sicher. Was die Zahl der Unfälle unter Beteiligung von Fußgängern angeht, ist diese um mehr als die Hälfte gesunken.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.