Reserve für Corona-Patienten

Waldeck-Frankenberg: Wieder mehr OPs, aber kein Normalbetrieb in Krankenhäusern

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Krankenhäuser in Waldeck-Frankenberg steigern langsam wieder ihren Operationsbetrieb. Hier ein Blick auf die OP-Vorbereitung im Stadtkrankenhaus Korbach.

Krankenhäuser in Waldeck-Frankenberg steigern langsam wieder die Zahl der Operationen, einen hundertprozentigen Normalbetrieb gibt es aber noch nicht.

Wegen der Corona-Pandemie hatten sie, wie berichtet, seit Mitte März nicht unbedingt notwendige Operationen verschoben, um Kapazitäten für Covid-19-Patienten freizuhalten.

Aufgrund der geringen Zahl der Neuinfizierten wird die OP-Auslastung nun wieder hochgefahren. „Wir bleiben aber für die nächsten Wochen bei 60 bis 70 Prozent des Normalbetriebes, um flexibel auf einen möglichen Anstieg von Patienten mit Covid-Erkrankung reagieren zu können“, erläutert Katrin Kern, als Asklepios-Geschäftsführerin auch für die Klinik Bad Wildungen zuständig.

Auch das Kreiskrankenhaus in Frankenberg und das Stadtkrankenhaus Korbach haben begonnen, die Zahl der OPs zu steigern. „Die Situation ist dennoch fragil, denn wir sind angehalten, so zu planen, dass wir binnen 72 Stunden die Kapazitäten zur Versorgung von Corona-Patienten wieder hochfahren können“, sagt Jutta Muth, Sprecherin der Kreisklinik.

„Die Patienten, die seit März auf ihre verschobene OP warten, werden nach und nach wieder einbestellt. Hierzu haben wir eine Prioritätenliste erstellt, die nach Dringlichkeit und Schwere des Eingriffes gestaffelt ist“, ergänzt Muth und verweist auf Bundesgesundheitsminister Spahn, der vorschlage, eine Rate von 70 Prozent der planbaren Operationen vorzunehmen und 25 Prozent der Intensivbetten für Corona-Patienten freizuhalten.

Auch im Stadtkrankenhaus Korbach ist es laut Pressesprecherin Tanja Jostes „das Ziel, kurzfristig auf Veränderungen im Infektionsgeschehen reagieren zu können“. Sie verweist darauf, dass das Land dazu derzeit Vorgaben erstelle (siehe Hintergrund).

„Viele Patienten sind erleichtert, wenn die geplante OP endlich stattfindet, weil ihr Leidensdruck mit der Wartezeit steigt. Andere sind eher ängstlich“, sagt Jutta Muth von der Kreisklinik. Alle drei Krankenhäuser weisen darauf hin, dass „für die Patientensicherheit aufwendige Schutzmaßnahmen zur Infektionsvermeidung vorgenommen werden“, wie es die Asklepios-Klinik formuliert. 

Tanja Jostes: „Die Angst ist unbegründet und kann fatale Folgen haben.“ Sie weist darauf hin, dass Notfallpatienten – etwa mit Herzinfarkt oder Schlaganfall – „jederzeit in die Krankenhäuser kommen können und sollen“.  

Sozialministerium erarbeitet Vorgaben

Das Hessische Ministeriums für Soziales und Integration ist dabei, Vorgaben zu erstellen, die die Vorhaltung von Bettenkontingenten für Coronapatienten betreffen, erläutert Tanja Jostes vom Krankenhaus Korbach. Diese Vorgaben legen dann für jedes Krankenhaus fest, wie viele Betten auf Normal- und Intensivstationen für den sofortigen Einsatz bereitzuhalten sind. Auch wird darüber bestimmt, wie viele weitere Betten die Krankenhäuser jeweils nach 24, 48, 72, 96 und 120 Stunden zur Verfügung stellen müssen.

Aktuelle Corona-Fälle

In Waldeck-Frankenberg befindet sich - Stand 20. Mai - nur ein Corona-Patient in stationärer Behandlung. Er werde „intensivpflichtig“ behandelt, teilte der Landkreis in seiner täglichen Corona-Statistik mit. 

Die Zahl aller bisherigen positiven Corona-Tests in Waldeck-Frankenberg ist im Vergleich zum Dienstag von 159 auf 160 gestiegen. Als aktuell infiziert gelten weiterhin nur zwölf Menschen, 145 (+1) sind bereits wieder genesen. Drei Menschen im Landkreis sind bisher nachweislich im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

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