25 Kilometer Kabel verbaut

Fritzlarer Intensivstation im Hospital zum Heiligen Geist ist bald fertig

Vieles ist schon fertig: Dr. Horst Brünner wird auch die neue Intensivstation im Fritzlarer Hospital leiten. Anfang September ist der Umzug geplant.
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Vieles ist schon fertig: Dr. Horst Brünner wird auch die neue Intensivstation im Fritzlarer Hospital leiten. Anfang September ist der Umzug geplant.

Die Bad Wildunger Nachbarklinik rüstet auf: In wenigen Wochen wird die neue Intensivstation am Fritzlarer Krankenhaus Zum Heiligen Geist in Betrieb genommen.

Fritzlar – Die Wand am zentralen Überwachungsplatz der neuen Intensivstation im Fritzlarer Hospital leuchtet in unterschiedlichen Farben. „Die Lichter sollen dafür sorgen, dass die Mitarbeiter so etwas wie einen Tag-Nacht-Rhythmus beibehalten“, erklärt Chefarzt Dr. Horst Brünner. Es ist eine von vielen neuen Ideen, die den alten OP-Trakt in einen hochmodernen Komplex verwandelt.

Digitalisierung ist das Stichwort

25 Kilometer Kabel sind auf der neuen Station verbaut – das ist fast so lang wie die Strecke zwischen Fritzlar und Melsungen. An jedem Platz gibt es mehr als 20 Steckdosen. Von oben ragen Deckenampeln herunter. Digitalisierung – das ist das Stichwort. Papierloses Arbeiten soll für noch mehr Zeit am Patienten sorgen und den Alltag des Teams erleichtern.

Die Intensivstation ist so aufgebaut, dass man sie über zwei Eingänge betreten kann. Die Zimmer sind sternförmig angeordnet und somit vom zentralen Überwachungsplatz gut zu erreichen. Neben geräumigen Einbett-, Zweibett- und Dreibettzimmern gibt es gleich neben dem ersten Eingang einen Notfallraum. Dort könne der Zustand des Patienten eingeschätzt und über den weiteren Verlauf entschieden werden. Der Fahrstuhl zu den anderen Geschossen befindet sich nur wenige Meter entfernt. So kann in Sekunden entschieden werden: Muss der Patient sofort operiert werden? Bleibt er auf der Intensivstation? Welche Behandlung benötigt er?

Waschbecken nur noch auf dem Flur

In den Zimmern hängen keine Schränke mehr. So gebe es weniger Oberflächen, auf denen Erreger haften bleiben können. „Die Zimmer der Intensivstation haben wesentlich mehr Fläche“, erklärt Brünner. Wichtig sei auch, dass um die Betten herum genügend Platz bestehe. „So kommt man als Pfleger oder Arzt von allen Seiten gut an den Patienten dran.“ Waschbecken gibt es aufgrund neuer Verordnungen nicht mehr auf den Zimmern, sondern auf dem Flur.

Im März 2019 hat das Hospital mit den Bauarbeiten begonnen, eineinhalb Jahre später soll nun bald gestartet werden. Dass die Welt mit einer Coronakrise konfrontiert sein würde, hatte man damals noch nicht geahnt. Trotzdem sei eine moderne Intensivstation gerade in diesen Zeiten von besonderer Bedeutung, sagt Brünner. „Wir werden in Zukunft, sollte die Pandemie wieder aufflammen, gewappnet sein.“

Chefarzt betont: „Intensivmedizin ist immer Teamwork“

Die neue Intensivstation soll für Patienten und Mitarbeiter ein möglichst angenehmes Umfeld bieten, sagt Brünner. „Intensivmedizin ist immer Teamwork.“ Und das funktioniere besonders gut, wenn sich Pfleger, Ärzte und weitere Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen, betont der Chefarzt.

Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit ist es bald so weit: In wenigen Wochen gibt es eine neue Intensivstation im Fritzlarer Hospital. Der Umzug ist am 1. September geplant, teilt Dr. Horst Brünner, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, mit.

6,6 Millionen Euro investiert

Die sternförmig angeordneten Zimmer im knapp 700 Quadratmeter großen ehemaligen OP-Trakt sind frisch renoviert. Insgesamt wurden 6,6 Millionen Euro investiert. 17 Betten sind geplant, davon sind neun Intensivbetten und sieben IMC-Betten (Intermediate Care). Ein Bett steht außerdem im Notfallraum. Damit gibt es dann nahezu doppelt so viele Plätze wie auf der alten Intensivstation. Die Digitalisierung spiele eine tragende Rolle. Die neue Monitoranlage kann unter anderem die Intensivkurve eines Patienten speichern. Wichtige Werte sowie beispielsweise die Medikation sollen so papierlos dokumentiert werden. „Das spart Zeit, die dann wiederum für den Patienten genutzt werden kann“, sagt Brünner.

Umzug an einem Tag

Wenn alles nach Plan laufe, erfolge der Umzug der Patienten an einem Tag. Noch fehle unter anderem die Monitoranlage. Auch die Betten sind noch nicht an Ort und Stelle. „Wir müssen mit der EDV umziehen, die Schränke werden neu bestückt. Auf der neuen Station steht zum Schluss noch eine Grundreinigung an“, nennt Brünner einige weitere Arbeitsschritte.

Am Morgen des Umzugstages sollen dann zuerst die Patienten verlegt werden, die ohnehin auf der Normalstation weiterbehandelt werden. Dann folgen die IMC-Patienten und zuletzt diejenigen, die ein Transportbeatmungsgerät benötigen. „Alles ist genau durchgeplant“, sagt Brünner. Schließlich sei es dringend notwendig, dass der Transport in einer ruhigen Atmosphäre und innerhalb weniger Minuten stattfinde. Von Daria Neu

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